Review: Blindside Blues Band - Live At The Crossroads (Bluesrock)

Label: Grooveyard

Diese zweckmäßig im Digipack aufgemachte Veröffentlichung zeichnet den Auftritt der Institution um Mike Onesko beim Bonner Crossroads-Festival 2010 nach. Wie so oft im Falle Bluesrock birgt eine Live-Aufnahme weit mehr Reize als schnöde Studioproduktionen – vor allem, wenn selbige eher aseptisch als blau klingen.

Die strikt orthodoxen Kompositionen der BLINDSIDE BLUES BAND erhalten einen deutlichen Mehrwert, da das Quartett feurig aufspielt. Gleich „Let The Blues Do The Healing“, in dessen Bridge sich die Musiker zurücknehmen, bevor sie zum Ende hin in packende Hetzerei verfallen, ist ein gutes Beispiel zum Beleg dieser These. Die Bassläufe und Akkordfolgen lassen ... [Weiterlesen]

Andreas Schiffmann

Review: Black Devil Yard Boss - Black Devil Rising (Hardrock - 12/15 Punkten)

Label: Just For Kicks

Die aus den schwerfälligen MAMMAL hervorgegangenen Melbourner BLACK DEVIL YARD BOSS (die prolligen Bandnamen werden auch immer länger) vertreten ihr Land in Sachen Rock würdig, wenngleich sie sich nicht allzu vordergründig an AC/DC oder den Tatts orientieren.

Der klassische Triosound wird von einem vordergründigen Bass und deftigen Gitarrenriffs geprägt, die die Combo unweigerlich in die Nähe von MONSTER MAGNET rücken, was auch am betont coolen Gesang von Fronter Pete liegt. Sein Gespür für packende und erhebende Refrains ist dem eines jüngeren Dave Wyndorf (der Mann fing ja spät an) ebenbürtig, wohingegen die finstere Note mancher Songs („Down ... [Weiterlesen]

12 / 15 Punkten

Andreas Schiffmann

Review: Blindstone - Greetings From The Karma Factory (Blues-Rock mit hohem Erinnerungswert - 11/15 Punkten)

Label: Grooveyard Records / Just For Kicks

Wenn das nicht rockt, was uns hier die Dänen zu bieten haben, dann weiß ich auch nicht, was sonst so rocken soll!

Auf ihrem nunmehr vierten Longplayer bieten BLINDSTONE eine knochentrockene Melange aus Blues und Rock, die ihre Vorbilder besonders in den 70er Jahren geerdet hat. Gitarrenriffs, die sich gerne im Umfeld eines JIMI HENDRIX austoben oder die ein RITCHIE BLACKMORE, noch vor seiner mittelalterlich-langweiligen NIGHT-Phase, bei RAINBOW zum Besten gab, sind die musikalischen Markenzeichen auf „Greetings From The Karma Factory“. Und wie selbstverständlich jagt bis zum Umfallen in den ersten zehn Titeln ein Gitarren-Riff den nächsten, ... [Weiterlesen]

11 / 15 Punkten

Thoralf Koß

Review: RAK - Lepidoptera II: The Book Of Flight (Progressive Rock - 11/15 Punkten)

Label: Circle Records

Wer hat den Prog erfunden? Die Schweizer... Naja, nicht ganz, aber in den letzten Jahr(zehnt)en haben sich die Eidgenossen als rührige Progrocker bewiesen. Ob relativ früh FLAME DREAM, die (als Marillion-Klon umstrittenen) DEYSS, die hochinteressanten (und mittlerweile leider untergetauchten?) CLEPSYDRA, SHAKARY oder auf PINK FLOYDs Pfaden wandelnd METAMORPHOSIS und ganz aktuell COSMOS (Rezension zum aktuellen Longplayer in Kürze), es gab und gibt einige Bands, die nahezu sämtliche Felder des Progressive-/Art-Rocks beackern. Vor einem guten Jahrzehnt (2001, um genau zu sein) gesellte sich THONK hinzu. Eher Projekt des Keyboarders Marc Grassi denn eigenständige Band, bekam das erste (und einzige) Werk wohlwollende ... [Weiterlesen]

11 / 15 Punkten

Jochen König

Review: Devin - Romancing (Rock'n'Roll/Soul/R'n'B - 10/15 Punkten)

Label: No Evil/The Orchard

Die Vergleiche mit IGGY POP und den NEW YORK DOLLS kommen nicht von ungefähr, wenn man sich den ersten Output des New Yorkers DEVIN zu Ohr nimmt. Seine Wurzeln hat auch dieser junge Mann eher in den Siebzigern, als Teile der Rock'n'Roll-Szene so langsam eine rotzige Punkattitüde angenommen hatten. Doch im Sound, der mit „Romancing“ gefahren wird, findet sich auch sehr viel urwüchsiger Rhythm'n'Blues und Soul (nein, nicht das US-Top 40-Zeugs, sondern das ungeschliffene aus Woodstock-Zeiten).

Ebenso lassen sich viele Einflüsse aus den Fifties und Sixties ausmachen, und wenn man sich den Bengel auf dem Cover so ... [Weiterlesen]

10 / 15 Punkten

Chris P.

Review: The Pirate Ship Quintet - Rope For No-Hopers (Post Rock - 9/15 Punkten)

Label: Denovali Records

Im Vergleich zu den meist auf der experimentelleren Schiene fahrenden Bands des Berliner Denovali-Labels sind THE PIRATE SHIP QUINTET aus Bristol beinahe schon traditionell unterwegs, denn das Gespann wildert mehr oder weniger in klassischen Post Rock-Regionen: Fragile Klangkartenhäuser bauen sich Blatt für Blatt auf und werden von wuchtigen Druckwellen wieder zum Zusammensturz gebracht, Dramatik, Lautstärke, und Verzerrung übernehmen das Regime, und dann kehrt wieder Ruhe ein.

Während viele Kapellen allerdings massive Soundwände und breiteste Flächen erzeugen, bleibt die Musik auf dem Debütlangspieleisen eher unverfälscht, roh und minimalistisch, ohne Effekte und digitales Aufplustern. Der Bass knackt, die Gitarren ... [Weiterlesen]

9 / 15 Punkten

Chris P.

Review: Sebel - Scheiß auf die Disco (Indie-Deutschrock)

Label: BMG

SEBEL könnte man so ein wenig als Indie-Version vom frühen WESTERNHAGEN, gekreuzt mit etwas SPORTFREUNDE STILLER- und JENSON-Flair, brandmarken, denn grundsätzlich wird auf dieser EP schlicht und lässig gerockt, klassisch mit halb angezerrter Gitarre, simplen Beats, Hammond- und Moog-Orgel und SEBELs Gesangsstil, der mal jugendlich-unbeschwert, dann wieder rotzig und verwegen die Membrane vibrieren lässt.

Die Songs strahlen eine angenehme, sympathische Coolness aus, und auch die cleveren Texte heben sich vom "Reim dich oder stirb!"- und Pseudointellektuellen-Allerlei ab, aber letztendlich werden auf dem Viertracker mit eingebautem (lustigem) Unplugged-Appendix kaum neue Impulse ausgesendet. Ist aber nicht schlimm, denn Herr ... [Weiterlesen]

Chris P.

Review: The Fires - Newschool Revival (Minderjähriger Rock'N'Roll - 8/15 Punkten)

Label: K-Tel / DA Music

Vorab gibt’s hier erstmal den Rock'N'Roll-Musik-Welpen-Bonus, denn das Durchschnittsalter der drei jungen Musikspunde beläuft sich auf knapp 17 Jahre. Hochachtung, meine „Herren“, aber ihr habt seit TOKIO HOTEL durchschaut, womit man heutzutage noch kreischende Teenagerinnen in Ohnmachtsanfälle und Heulkrämpfe treibt.

Und wer dann auch noch eine größere Plattenfirma im Rücken hat und jede Menge Auftritte spielen darf, der kann diese Ohnmachtsfälle in gediegener Regelmäßigkeit genießen. Kein Wunder, wenn sich die drei Jüngelchen in weiße Anzüge zwängen, schwarze Sonnenbrillen und Schlipse mit leichter Mafia-Aura tragen, dann müssen Muttis Lieblinge reihenweise vor der Bühne abtreten. Und Mutti kann euch ... [Weiterlesen]

8 / 15 Punkten

Thoralf Koß

Review: Sankt Otten - Sequencer Liebe (Krautrock-Elektronik für die Gegenwart - 13/15 Punkten)

Label: Denovali Records

SANKT OTTEN, die auf ihrem letzten Album noch auf „Gottes Synthesizer“ wahrhaft göttliche elektronische Klänge erzeugten, begeben sich dieses Mal mit ihrem „Sequencer Liebe“ auf eine ähnliche Reise in Richtung himmlische Klangerzeugung, die dem Synthesizer huldigt und auf regelrecht hypnotische Art mit Gitarren, Bass und Schlagzeug angereichert wird. Und bereits nach dem ersten Hördurchgang war mir klar: Solche elektronische Musik braucht das (Deutsch-)Land!

Während ein KLAUS SCHULZE sich und seinen Ruf immer stärker mit der Resteverwertung von so etwa allem, was noch auf alten Bändern oder seiner Festplatte ausgelagert wurde, beschäftigt und immer tiefer in totaler Bedeutungslosigkeit ... [Weiterlesen]

13 / 15 Punkten

Thoralf Koß

Rezension: SBB - SBB (2012)

Erscheinungsjahr: 2012;
Wertung: 14/15 (Holger Grützner);

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