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Ron Spielman & Friends live im Quasimodo Berlin

Einen Tag nach Scott henderson gabs im Quasimodo Ron Spielman. Das war doch wie gemacht für ein langes Wochenende in Berlin.

Auch den Spielman hab ich letztes jahr schon live gesehen, damals mit dem Trio. Diesmal gab es ein sehr gemischtes Programm. Dabei waren Shannon Callahan (G, voc) Edward McLean (Kontrabass und E-bass), Michael Kersting (drums) und Topo Gioia (perc).

Ganz am Anfang kam Ron auf die Bühne, nur begleitet von seiner Akustikgitarre und hat erst mal ein Lied gesungen (Looking down, welches ich aber auf keiner seiner CDs gefunden habe)….. und schon nach einer Minute hatte ich Gänsehaut. Genau das ist es: wenn ein Lied allein mit der “Wander”gitarre funktioniert und einen dann auch noch emotional berührt.

Dann kamen seine Mitstreiter auf die Bühne und u.a. wurden Titel von der “The Finest” CD gespielt (naja, waren ja auch 4 der 5 dort beteiligten Musiker dabei). Sehr interessant dabei war zu beobachten, was Ron auf der E-Gitarre an Begleitung zu den Songs spielt, da ja noch eine Akustikgitarre beteiligt war. Das gab mir Inspirationen für meine eigene Band. So muss songdienliche Gitarren”verzierung” aussehen, die sich nicht in den Vordergrund drängt. Sehr geil auch die interessanten Voicings der vom Prizip her harmonisch relativ einfach gehaltenen Songs. Gegen Ende des ersten, sowie auch im zweiten Set gab es dann auch noch einige mehr elektrifizierte Titel, dabei eine sehr gelungene Coverversion von “Norwegian wood” sowie mit “Home” mein Lieblingsstück.

Die Band klang sehr ausgewogen und agierte mit großer Spielfreude. Sound und Allgemeinlautstärke waren auch super.

So früh im Jahr und schon ein Anwärter auf das Konzert des Jahres ;-)

Scott Henderson live im Quasimodo

Hallo,

den Scott henderson habe ich ja vor knapp 2 Jahren schon mal im Quasimodo live gesehen. Mein Review dazu gibt es hier:

Scott Henderson 2008

Nun war er am 29.Feb. wieder im Quasimodo in Berlin. Gleiche BEsetzung, also mit John Hmphrey am Bass und Alan Hertz an den Drums. Soviel vorweg, die Rhythmusgruppe war klasse, hin und wieder hatten die auch einen Solospot, aber ganz klar im Vordergrund der Chef.

Vor zwei Jahren war Scott ja extrem “schüchtern”, was mich ziemlich verwirrt hat. Diesmal total wie ausgewechselt: er sprach mit dem Publikum, ja, der Kerl hat sogar Witze erzählt.

Die Setliste war gegenüber dem ersten Konzert auch anders. Angefangen mit All Blues wurden mehrere Joe Zawinul Titel gecovert, u.a. auch Mysterious Traveller. Eine Nummer von Horace Silver und zum Abschluss “Dolemite”, eh meine Lieblingsnummer. Den Rest hab ich tlw. schon gehört, aber ich kann keine Titel zuordnen und angesagt wurden die Nummern auch nicht.

Scotts Stressbrett war schon groß. 11 Tretminen lagen da rum, einige für die abgespaceten Modulationseffekte und diverse Zerrer, die aber nur in Nuancen unterschiedlich klangen. Eigentlich klang Scott, wie eben Scott Henderson klingt.

Gitarrenmucke für Gitarristen. Das war schon von allerfeinsten. Auch wenn ich diese Musik immer noch nicht ansatzweise verstehe…..;-)

Live-Review zu Peter Gabriels "Scratch my Back" auf about-music.de

Wer meinen Senf zu Peter Gabriels "Scratch my Back" lesen möchte, den ich in Echtzeit beim ersten Durchhören von mir gegeben habe, normalerweise aber nicht mein blog.about-music.de besucht, der sollte zumindest heute mal reinschauen, dort findet ihr kurze Anmerkungen zu den Songs, die ich beim Anhören geschrieben und direkt danach veröffentlicht habe

http://www.about-music.de/2010/02/peter-gabriel-scratch-my-back-live-review/

Stöckchen: Meistgelesene Bücher

Da bloggt man schon jahrelang und wohnt im Bilderstöckchen, muss sich aber von der Freundin belehren lassen, was ein Stöckchen ist. Ein Stöckchen ist eine Liste zu einem beliebigen Thema, die von Blog zu Blog getragen wird. In diesem Fall handelt es sich um die Liste der 100 liebsten oder meistgelesenen Bücher der Deutschen: Fettschrift bedeutet, dass ich das Buchgelesen habe.

"Stöckchen: Meistgelesene Bücher" vollständig lesen

Igudesman & Joo

Ich habe die beiden bereits im Codaex-Blog (mein berufliches Hauptprojekt seit Anfang des Jahres) vorgestellt, habe die Videos auch auf meinem Facebook-Account verbraten, da aber Ürgsel Das SalBlog. dann doch noch die meisten Besucher und Fans hat, möchte ich euch den Hinweis auf das Musik-Comedy-Duo Igudesman & Joo auch an dieser Stelle nicht vorenthalten: Gerade ist ihre erste DVD erscheinen und demnächst kommen die beiden auch wieder nach Deutschland. Der Trailer zur DVD "A Little Nightmare Music" macht auf jeden Fall Lust auf mehr:

"Igudesman & Joo" vollständig lesen

Ein Jahr last.fm

last.fm ist mehr als nur ein Radiodienst im Internet. last.fm ist eigentlich die Idee, das Radio zu individualisieren und nebenbei noch eine großartige Gelegenheit, eigenes Hörverhalten genauer unter die Lupe zu nehmen. Und genau das bewog mich just vor einem Jahr, diesen Dienst zu nutzen. Was höre ich eigentlich am meisten? Welche Bands, welches Album, welcher Track wird am meisten gespielt? Wieviel Musik höre ich? Nur die Frage nach dem "Warum" kann last.fm offenbar nicht klären.

Wie auch immer, nach einem Jahr bin ich schon erstaunt und begeistert. Denn last.fm bietet an sich erheblich mehr, als reines Statistiken sammeln:
Kostenlose Downloads, teilweise sogar von bekannten Bands (z.B. deren frühe Alben) oder von Newcomern, die dieses Portal als Verbreitungsquelle nutzen;
das Scrobbeln (also Dokumentieren) von Musiktiteln, auch, wenn der heimische mp3 Player läuft;
das selbstbestimmte Erstellen von Playlisten (z.B. Lieblingstitel);
Einbindung von Apps (spätestens seit der i-phone Werbung in aller Munde) zum Hörverhalten;
Social Networking (nutze ich persönlich über last.fm weniger);
Taggen von Musiktiteln (also das Benennen bestimmter Eigenschaften, z.B. Musikrichtung)
usw.

Das tolle daran. Du hörst nicht nur deine eigene Musikrichtung, sondern kannst dir ein individuelles Radioprogramm zusammenstellen lassen. Das geht z.B. über den "Scrobbler", dem du einen Tag oder einen Künstlernamen eingibst und der dir dann anhand von Verwandschaften zu diesem Begriff etliche gute Musik aus einer Datenbank zusammenwürfelt.

Via Internet lässt sich das sogar noch optimieren, denn dort lassen sich Künstlergruppen oder mehrere Tags versammeln, um eine noch differenziertere Songsauswahl zu erhalten. Ebenfalls kannst du Musiksammlungen deiner Freunde und "Nachbarn" (das sind Personen, die last.fm aufgrund ähnlicher Geschmäcker etc. auswählt) spielen lassen und somit deinen musikalischen Horizont erweitern.

Alles ganz prima. Nebenan im rechten Fenster siehst du ein kleines last.fm "Widget". Ein Tool, dass ich in die Webseite eingebaut habe und welches steitg in Echtzeit die gerade gehörten Titel anzeigt. Ja echt, für Menschen, die permanent Musik hören ist sowas wichtig ;-)

Nach einem Jahr kann ich nun für mich folgendes Ergebnis heraushören:
- Meine Lieblingsband heißt: Rush (wen wunderts)
- Gefolgt von Miles Davis (die CD Box mit 70 CDs WILL gehört werden)
- Über 13000 Titel habe ich in einem Jahr über Scrobbler oder das Internet gehört (darin nicht enthalten: Gehörte CDs zu Hause, oder mp3s während der Autofahrten usw.)
- das sind etwas mehr als 1000 Titel pro Monat (was noch nicht wirklich viel aussagt, da Titel auch sehr laaaang sein können und somit bis zur 5-6fachen Länge eines "Standardsongs" von 4-5 Minuten haben können) - Eine Echtzeitaufstellung wäre da etwas aufschlussreicher: Ich such da mal nach einer App)
- Es gibt auch Apps, die dir z.B zeigen, welche Musikrichtung du am meisten abspielst.
- Die regelmäßig über die heimische PC-Musik-Anlage abgespielten Bands und Favoriten konnten vervielfacht werden durch das Hören von Nachbarradio (derzeit kenne ich laut last.fm etwas mehr als 1000 Künstler). Wie gut, sagt last.fm indes nicht ;-)
- Die Lieblingstitel sind indes sehr spannend. Das sind nämlich nicht unbedingt Lieblingstitel von mir. Es bringt vielmehr zum Ausdruck, wie dämlich "Shuffle" Algorythmen von winamp oder andern Mediaplayern sind, da sie diverse Stücke offenbar als "Ankerpunkte" immer wieder abspielen (siehe auch meinen Eintrag: Die Lieblingsstücke des mp3 Players).

Fazit: Für mich ist last.fm ein prima Radiodienst und die Wiederentdeckung des Radios. Das Programm ist nicht nach Schema F zusammengestellt, sondern lässt sich individuell anpassen. Es macht Spaß in andere Musik hineinzuhören und zu vergleichen, was andere Leute denn so hören. Die statistischen Gimmicks sind zwar wenig aussagekräftig aber irgendwie macht es dennoch Spaß sie zu verfolgen. Absolut empfehlenswert ist es übrigens auch deshalb, weil du den Dienst nach einer Anmeldung kostenlos und fast uneingeschränkt nutzen kann und kaum Künstler oder Alben ausgeklammert werden. Neben sehr erfolgreichen Bands kannst du dort auch absolute Newcomer entdecken. Das macht Spaß.

2009 im Rückblick

was war denn los bei mir im CD Schacht…

Also: die üblichen Verdächtigen:
Dream Theater, Porcupine Tree, Gov’t Mule, Joe Bonamassa, Greg Koch, Dave Matthews, Steve Morse und sogar Magma haben dieses Jahr zwar alle neue CD’s rausgebracht, aber nix davon hat mich umgehauen.

Hier die TOP10, äh: 13 in alphabetischer Reihenfolge:

Agog - Some frump punk
Gitarre, Bass, Drums. Jazz(rock) aus Holland. Irgendwie anders und sehr cool
Airtime - Liberty Manifesto
was neues von Rik Emmett (Triumph) AOR. Klasse Songs, geile Arbeit

Bill Evans + WDR Bigband - Van’s Joint

feat. Mark Egan and Dave Weckl. Eigentlich mag ich doch gar kein Saxophon….aber dieser BigBand Fusion ist einfach klasse
Henrik Freischlader - Recorded by …
kurz vor dem Fest erst reingekommen, seitdem dauernd im Player. Wohlseie beste CD bisher
Monte Montgomery - Wishing well
ist nicht von diesem Jahr, aber erst dieses jahr gekauft. Nach dem grandiosen Live-Album aus der TOP10 letztes Jahr diesmal ein Studiowerk. Er schreibt tolle Songs und ist auch noch ein guter Sänger

Ron Spielman - Hilltop Garden
meine Entdeckung des Jahres 2009, live gesehen im Quasimodo.
Hier mit dem Akustikprojekt. “Home” ist derzeit mein Lieblingsstück überhaupt.

Ron Spielman - Live

er kanns auch im Trio. Elektrischer und jazziger als oben. Zur Zeit meine Nr.1

Corey Stevens - Bring on the blues
auch kein Album von diesem Jahr, määt evver nix. Auch ne Neuentdeckung. Naja, wer sich stilistisch neu orientiert, hat auch einiges Neues zu entdecken, gell?

Hank Shizzoe - Live

siehe ein Eintrag oben, gilt hier ebenso. “Low Budget” geht mir auch nicht aus dem Kopf

Joanne Shaw Taylor - White sugar

fand ich live beim Blues Caravan die schlechteste (besser: die anderen waren besser), das Album war dieses Jahr auf heavy rotation, vor allem im Auto
The Finest - Long story short
und nochmalwas von Rn Spielman. Sooo wunderschön…..
Zappa plays Zappa (DVD)
ok, auch schon von 2007. Hab ich zum Geburtstag bekommen. Oh Mann. Ich kann das alles mitsingen……

So, wirklich viele Neuerscheinungen aus 2009 sind ja nicht dabei. Aber doch für mich einige unübliche Sachen (0 aus 13 Progressive und nur 3 aus 13 JazzRock, wenn ich Zappa dazuzähle…….)

Gruß Uli

What have I listen to lately? (Uh-hu-hu Yeah!) - Remix 2009

s. What have I listen to lately? (Uh-hu-hu Yeah!

Sal's Top 15, 2009 - last.fm

Frauen! Frauen! Frauen! Das ist alles, was ich im Kopf, äh im Ohr habe, zumindest wenn man meinem last.fm-Profi vom 31.12.09, 17h30 glaubt. Naja, fast. Aber es ist sicher kein Zufall, dass mit My Brightest Diamond eine Frau meine Jahresplaylist anführt und das auf den Plätzen 3, 4, 7, 8, 10, 12 und 14 die Damen Tori Amos, Regina Spektor, Sophie Hunger, Bat For Lashes, Eliksir, Vienna Teng und Alice folgen. Ein paar sind explizite Neuentdeckungen des Jahres, die zeitweise wochenlang in der Heavy Rotation bei mir liefen (Regina, Sophie, Bat for Lashes und Eliksir), ein paar sind schon "alte" Lieben, wie My Brightest Diamond, Tori Amos, Vienna Teng und die wundervolle Alice. Der Grund für meine steig wachsende Affinität für Musik von Frauen ist deren Qualität: Sowohl in der Popmusik, als auch im Singer/Songwriter-Bereich kommen die deutlich kreativeren, abwechslungsreicheren und spannenden Alben von Frauen. Das Frauchen- oder Rockerschlampen-Image ist längst passé. Frauen machen nicht mehr "Frauenmusik", sie machen sie einfach öfter besser, als die Herren der Schöpfung. Das gilt noch nicht "flächendeckend" für alle Genres, aber Frauen erobern immer mehr ehemalige Domänen der Männer: Im Jazz und in der Klassik gibt es eine Menge interessanter Künstlerinnen, die den Kerlen zeigen, was ne Harke ist. Und das alles ohne Geschlechterkampf, Frauenpower und sonstigem ideologischen Gewäsch. Ich zumindest freue mich über die faktische Gleichberechtigung von Frauen in meiner Playlist. Das wäre vor 10, 15 Jahren noch nicht so möglich gewesen.

Die restlichen Plätze werden von meinen Alltime-Favorites bestimmt: Der von mir hochgeschätzte Jade Leary mit seinem düsteren Prog-, Psychedelic-, Inide-, Alternative-, Singer/Songwriter-Rock; Porcupine Tree, King Crimson und Phideaux im Prog-Bereich; Bill Evans im Jazz (Es gibt so viele Bill Evans-Alben, die ich wieder und wieder hören kann, ohne dass sie langweilig werden) und (natürlich) im Klassiksektor Nikolaus Harnoncourt (Bach und die Wiener Klassik, v.a. die Haydn-Symphonien - Haydn! Ja, richtig gelesen!) und das sagenhafte Leipziger Streichquartett, das mich dieses Jahr gleich mit einer Reihe von Neu- und Wiederveröffentlichungen (Mendelssohn, Schubert, Janacek) verzaubert hat.

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Der Jahrgang 2009

Jazz gehts los... im wahrsten Sinne des Wortes. War es schon tierisch schwer, wirklich neue Alben für 2008 zu finden, wird es dieses Jahr noch erheblich schwerer für mich. Der Grund ist einfach der, dass ich viel lieber in alten Alben schmökere, als jedem neuen Album nach dreimaligen Hören geich den Stempel "Highlight" aufzudrücken. Außerdem hat man dadurch einen weiteren Vorteil: Während neue Musik oftmals schon um die 20 Euro kostet, bekommt man ältere CDs auch mal gebraucht oder sogar neu in den marketplace Shops via amazon.de.

Das spart den Geldbeutel. Allerdings muss ich mich langsam fragen, ob jahresbezogene Rückblicke da noch Sinn machen. Nun ja, vielleicht macht es einfach Sinn, das Jahr nochmal passieren zu lassen, um zu schauen, welche Entwicklungen sich ergeben haben. Somit gab es nicht ganz so viel neues auf die Ohren, aber auch Altes kann ja seinen Reiz haben.

Fangen wir mal mit dem Neuen an:
Cheer-AccidentEines der wohl abwechslungsreichsten und stilistisch am schwersten einzuordnenden Alben haben sicherlich CHEER-ACCIDENT mit ihrem Album "Fear Draws Misfortune" abgeliefert. Wunderbar, dem Stilmix aus Progrock, Avantgarde und Rockmusik zu lauschen. Abgedreht und völlig fremd klingt der Soundkosmos, den die Band gestaltet. Aber nicht so verschroben wie auf den Frühwerken. Denn scheinbar hat man seine Grundausrichtung gefunden. Knackpunkt könnte der doch etwas disharmonisch wirkende Gesang sein, der dieser avantgardistischen Musikausrichtung irgendwie immer den Stempel aufdrückt. Aber auch hier finden CHEER-ACCIDENT das Mittelmaß zwischen Anspruch und Hörbarkeit. Ein wirklich tiefgehendes Album, auf dem sich auch nach 2009 noch vieles entdecken lässt.

Big Big TrainEin weiteres wirklich positiv daherkommendes Album haben die Briten von BIG BIG TRAIN abgeliefert. Den Langzeittest hat das erst vor einigen Wochen veröffentlichte Album indes noch nicht bestanden. Wer aber Retro will, der bekommt hier einzig das. Und das sogar noch ausgesprochen gut gemacht. Nach einigen bandinternen Umbesetzungen hat man neben einem neuen Sänger auch große Bandteile durch Gastmusiker ersetzt und kommt frischer daher als je zuvor. Wer hätte das erwartet, zumal der Sänger gar nicht mal so anders klingt wie der Vorgänger. Aber er arrangiert seine Gesangslinien anders, erfrischender und vor allem spannender. Und das wirkt. Musik in der Schnittmenge aus Genesis (Wind And Wuthering) und symphonischen, mellotronlastigen Sounds der ganz frühen Siebziger in erfrischend frecher Form vorgetragen. Absolut gut zu hören.

IZZZwar nicht mehr wirklich meine Adresse, dennoch sehr gut gemacht, liefern auch IZZ mit ihrem neuen Album wunderbaren Prog ab. Das gefällt mir, obwohl ich mich mittlerweile doch um einiges von dieser Spielart enfernt habe. Erinnerungen werden wach an das famose Debüt "Sliver of A Sun" - zugegebenermaßen war jenes technisch noch nicht so einwandfrei produziert wie nun "The Darkened Room".
Schade nur, dass man sich nicht mehr in Richtung "I Move" weiterentwickelt, das wäre was wirklich ausgesprochen Innovatives gewesen. Aber auch so ein gutes Album!

Keinen Prog, und von daher auch ohne Link auf die Babyblauen Seiten, spielen die Dave Matthews Band. Mit BIG WHISKEY AND THE GROOGRUX KING (was für ein Name! *kopfschüttel*), kann der Wahl-Amerikaner mit seiner Band ein wirklich hörenswertes Album im Gehörgang platzieren. Gerüchten zufolge gibt es Menschen, denen diese jazzige Variante des DMB Sound weniger gut gefallen soll. Ich finde die CD sehr erfrischend, wenn ich auch nach wie vor der Meinung bis, dass der gute Mensch irgendwie knödelig singt. Aber das ist ein Markenzeichen und so ist es denn auch nicht verwunderlich, dass dieses Album wieder die breite MAsse der DMB Fans ansprechen wird. Gut so!

Leider daneben:
InduktiDie Polen von Indukti haben mit Idmen 2009 ebenfalls ein Album vorgelegt. Gefiel mir der Vorgänger S.U.S.A.R. noch - nicht zuletzt aufgrund der Gesangsbeiträge von Riverside Sänger Mariusz Duda - ausgesprochen gut, so kann ich mit dem auf "härter, tiefer, breiter" getrimmten Sound von Idmen so gar nichts mehr anfangen. Zu affektiert, zu gewollt böse, einfach zu brachial gekracht kommt Idmen daher. Unterstrichen wird das ganze noch durch die Gesangsbeiträge, die das Böse aus den Boxen quillen lassen. Ein wenig zuviel des Guten, was die Jungs da zeigen. Zumindest für mich. Vor 10 Jahren hätte mich Idmen durchaus zu begeistern gewusst (womit es sicherlich auch heute noch seine Hörerschaft finden wird), erwärmen kann es mich leider dieser Tage überhaupt nicht.

Was ganz Spezielles:
Eine der großartigsten Veröffentlichungen des vergangenen Jahres ist aber sicherlich dieses Schmankerl, zumindest wenn man einen Hang zum Jazz hat und sich durch wildes Rumgetröte der Miles'schen Trompete nicht abschrecken lässt. Der komplette Backkatalog der auf Columbia erschienen Miles Davis Alben ist 2009 in einer Box veröffentlicht worden. Über 50 Alben mit Aufnahmen von 1949 bis 1989 auf insgesamt 73 CDs gibt es hier für günstiges Geld zu kaufen. Das Preis Leistungs Verhältnis ist unschlagbar, zudem die hübsch aufgemachte Box inklusive eines fetten Booklets daherkommt und sämtliche CDs in Pappschubern daherkommen, die das Originalcover zeigen. Zahlreiche Bonustracks, wie bereits auf den Re-Releases sind enthalten und ebenfalls rare Live Aufnahmen. Wunderbar. So braucht man sich nicht den Backkatalog mühsam zusammenkaufen. Toll! Bitte mehr von sowas.

Fiese Listen

Der Dezember ist die klassische Jahreszeit für Best-of Listen. Überall in der Trendmagazinen, der Boulevard-Presse, den den Musik-Gazetten, Feuilletons und natürlich in allen möglichen Blogs werden die besten, die schönsten, die wundervollsten gekürt. Da ist es dann mal herzerfrischend, wenn die Arschbomben des Jahres aufgezählt werden :-)
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