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Review: Liberteer - Better To Die On Your Feet Than Live On Your Knees (Marching Grindcore - 12/15 Punkten)

Label: Relapse Records

Ui, da ist wohl wem die Milch im Kühlschrank angebrannt. So klingt also der Kampf für die persönliche Freiheit eines jeden Individuums, gegen Staatentum, gegen Religion und gegen die Dikatur der Wirtschaft. Was Matthew Widener, der LIBERTEER in Personalunion ist, hier abzieht, kann man durchaus als innovativ titulieren, denn dieses Konzeptalbum mit ineinander übergehenden Tracks vereint garstig-crustigen Anarcho-Grindcore mit militärischen Passagen. Das Album tönt wie ein vertonter Feldzug gegen das System. Erst kriegerische Fanfaren, dann Verwüstung pur, danach wieder Töne des Triumphs in all ihrer Erhabenheit, und hinterher weitere Riffsalven und schallende Ohrfeigen.

Grenzen werden niedergerissen, Banken ... [Weiterlesen]

12 / 15 Punkten

Chris P.

Review: Everything Went Black - Cycles Of Light (Metal/Hardcore und mehr... - 9/15 Punkten)

Label: Lost Shepherd/Prosthetic

Stilistisch sind die Amis gar nicht allzu weit entfernt von den australischen Labelmates I EXIST, denn auch auf dem Debüt EVERYTHING WENT BLACKs, „Cycles Of Light“, wird mit Crust-, Metal-, Doom- und Sludge-Gesteinsbrocken um sich geworfen.

Das Erschaffene wird allerdings noch von ein wenig altschwedisch geprägtem Death Metal umrahmt, und auch Melodie spielt bei dieser Formation eine bedeutendere Rolle. Hin und wieder holen sich die Herrschaften auch etwas Hardcore oder einen schicken Rock bei der Post ab (na, Wortspiel kapiert?), wodurch einige Parts durch ihre Verträumtheit zu den ansonsten auf höchster Stufe bratenden Breitwandriffs einen willkommenen Kontrast ... [Weiterlesen]

9 / 15 Punkten

Chris P.

Review: Svartby - Elemental Tales (Folk Metal - 9/15 Punkten)

Label: Trollzorn/SMP Records

Die St. Petersburger Fun-Folk-Metal-Kobolde von SVARTBY blasen zu ihrem dritten Angriff auf die Schunkelmuskeln. Doch Achtung, gar so schunkelig wird es auf "Elemental Tales", dem ersten Werk der Band in englisch, anfangs gar nicht. Viel mehr wird eine Atmosphäre mit unterschwelligem Jahrmarkt- (oder genauer gesagt: Geisterbahn-) Flair mit ziemlich kantigen Folk Black Metal verknüpft. Nette, eingängige Melodien werden jedoch auch hier immer wieder eingestreut und sorgen schnell für Mitwipp-Bereitschaft.

Textlich dreht sich "Elemental Tales" um die Abenteuer von Kobolden, die dabei viel Unsinn verzapfen, da offenbar berauschende Pilze zu ihren Grundelementen zählen. Das Artwork scheint so ein ... [Weiterlesen]

9 / 15 Punkten

Steffen

Review: I Exist - II: The Broken Passage (Doom-Sludge-Metal-Crust-Post-Dings - 11/15 Punkten)

Label: Lost Shepherd/Prosthetic Records

Gute Güte, was haben I EXIST eine Scheißlaune. Sollte man auf dem Nachfolger des gerade mal vor etwa einem Jahr erschienenen Debüts „I: A Turn For The Worse“ so etwas wie Positivität suchen, dann... ja dann viel Glück.

Die Herrschaften aus der australischen Hauptstadt Canberra brezeln nämlich wieder einmal einen fiesen, herrlich asozial-derb produzierten Bastard aus schmutzigstem Rock‘n‘Roll, dunkelstem Doom, flinkem Crust mit Wink nach Schweden, Hardcore, Metal-Mosh und Sludge aufs Blech, der durch das gequält tönende, morbide Gebrüll von drei der fünf Instrumentalisten eine irrsinnig drückende Stimmung erzeugt.

Im Gegensatz zu vielen Misch-Core-Vertretern ... [Weiterlesen]

11 / 15 Punkten

Chris P.

Review: Alcest - Les Voyages De L'Âme (Postrock / Black Metal - 10/15 Punkten)

Label: Prophecy Productions

„Les Voyages De L'Âme“ setzt den mit den beiden Vorgänger-Alben „Souvenirs D'Un Autre Monde“ (2007) und „Ecailles De Lune“ (2010) begonnenen musikalischen Weg konsequent fort. Die Black-Metal-Anteile wurden noch weiter in den Hintergrund gerückt und spielen nur noch bei wenigen Songs in Form von vereinzeltem Gekeife und einigen Uptempo-Passagen eine Rolle und selbst da hat man eher den Eindruck, dass diese Elemente lediglich als Kontrastmittel zur ansonsten völlig entspannten Stimmung des Albums dienen, denn als eigenständiger Bestandteil des Bandsounds. Es würde mich nicht wundern, wenn Bandkopf Neige schon beim nächsten Werk völlig darauf verzichten würde.

Über weite ... [Weiterlesen]

10 / 15 Punkten

Lutz Koroleski (Oger)

Review: Encoffination - O'Hell, Shine In Thy Withed Sepulchres (Death/Doom - 12/15 Punkten)

Label: Selfmadegod Records

Konsequenz polarisiert bekanntlich und so wird das Zweitwerk des US-Duos ENCOFFINATION wahrscheinlich von genauso vielen Menschen gehasst wie geliebt werden. Keine Meinung kann man zu so einem Brocken wie „O' Hell, Shine In Thy Whited Sepulchres“ eigentlich nicht haben.

Um es vorweg zu nehmen: Der Vorgänger „Ritual Ascension Beyond Flesh“ hat mich weggeblasen, selten hat eine Band so konsequent Underground-Death-Doom gespielt, keine Anbiederung an gängige Hörgewohnheiten, immer auf der Kriechspur und direkt aus der Gruft kommend, was wohl auch mit der Beschäftigung von Herrn Ghoat in der Bestattungsindustrie zu tun hat. Und Fäulnis, Pestgeruch, Ratten und Kirchenglocken ... [Weiterlesen]

12 / 15 Punkten

Dr. O.

Review: Nothnegål - Decadence (Atmospheric Extreme Metal - 10/15 Punkten)

Label: Season Of Mist

Ulkig. Irgendwie tönen NOTHNEGAL manchmal wie eine modernisierte und zeitweise auch etwas heftigere Version späterer PHLEBOTOMIZED oder ORPHANAGE: Extremmetal, Groove und spacige Keyboards, verquirlt zu einem atmosphärischen Gebräu - und somit sehr niederländisch. Ein Blick in den dem Album beigefügten Waschzettel ruft dann allerdings Verwunderung hervor, denn die fünf Herrschaften stammen aus den unterschiedlichsten Ecken der Erdkugel: Gitarrist Hilari und der ebenfalls klampfende Shouter Fufu entspringt den Malediven, Keyboarder Marco Sneck dem Land der tausend Seen, und mit Kevin Talley an den Drums zählt die Band auch einen US-amerikanischen Musiker zu seinem Line-Up. Kann „Decadence“ jenseits seines Exotenbonus' auch musikalisch ... [Weiterlesen]

10 / 15 Punkten

Chris P.

Review: Harald Hauggard - Den Femte Søster (Klassik/Folk/Jazz - 11/15 Punkten)

Label: Westpark Music

Der dänische Geigenwizard auf Solopfaden, das wäre nicht unbedingt zu erwarten gewesen, denn seine musikalische Vita zeigt ihn stets in Bandgefügen oder mit anderen Musikern oder Projekten kooperierend. Doch bereits das 2009 erschienene Solodebüt „Burning Fields“ präsentierte einen HARALD HAUGGARD, der sich selbst verwirklichte wie nie zuvor. Und diesen Weg geht der Skandinavier mit seinem zweiten Ich-Werk auch weiter.

Zwar ist HAUGGARD weiterhin fest in der dänischen Folklore verankert, aber sein Crossover mit dem Jazz, der Klassik, dem Rock, dem Experimentellen, dem Blues und fast schon filmscoreähnlichen Tunes sorgt für enorm viel Abwechslung, sodass man nie weiß, ... [Weiterlesen]

11 / 15 Punkten

Chris P.

Review: April - Sunderlands (Art Rock - 12/15 Punkten)

Label: Eigenproduktion

Sei willkommen, herzallerliebstes Déja-Vu! Was das französische Doppel von APRIL hier in traumtänzerischer Melancholie abliefert, befördert mich wieder an die Anfänge meiner Tätigkeit für Musikreviews.de. Ich hatte zum Einstand „Cyber Neptune“ von CLAIRE VEZINA zur Besprechung vorliegen und dabei exakt jenes eigentümliche Gefühl in der Magengrube, das erst „Sunderlands“ drei Jahre später wieder heraufbeschwören sollte.

Wie soll man dieses Gefühl beschreiben? Ich will es mal so formulieren: Da ist ein Sound wie eine Massage. Man genießt die Freiheit der Untätigkeit und wird vollkommen entspannt von einer Woge zur nächsten weitergereicht. So scheint französischer Art Rock zu funktionieren; ... [Weiterlesen]

12 / 15 Punkten

Sascha Ganser

Review: Vampillia - Rule The World / Deathinity Land (Avantgarde)

Label: code666/Just For Kicks

Die Übergänge zwischen Kitsch und Kunst, Genie und prätentiösem Spreizen sind bekanntermaßen fließend. Die Lager der Liebenden und Hassenden teilen sich mit der Macht einer Weltanschauung in eingeschworene Gemeinden, die den jeweils anderen entweder als dünkelhafte Schaumschläger oder kleinkarierte Hinterwäldler bezeichnen, denen vier Riffs schon eines zu viel sind.

VAMPILLIA aus dem fernen Japan tragen hier mit „Rule The World“ mit Sicherheit nicht zur Einigung bei. Was für den einen die aberwitzige Achterbahnfahrt darstellt, stellt für den anderen Stückwerk mit aufgesetztem Freak-Image dar. Getragen von einer Vergnügungspark-mit-vielen-Toten-Story wuselt das elfköpfige Ensemble hin und her zwischen elegischer, streicher- ... [Weiterlesen]

Nils Herzog