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Review: Extinction Front - Destruction Show (Aggrotech/Hellectro - 5/15 Punkten)

Label: Danse Macabre

Im Elektrobereich ist auch die aggressive, stumpfe und extrem technoide Variante durchaus mit feinen Vertretern besetzt, doch – um den Braten gleich zu Beginn auf den Tisch zu knallen – frage ich mich ernsthaft, ob man wirklich einen Longplayer benötigt, der den Eindruck erweckt, SCOOTER hätten Tollwut.

Die extrem zurechtgestylten Spanier EXTINCTION FRONT gehen erschreckend ALDIesk und LIDLartig zu Werke, so wirken die Sounds oftmals so, als hätte man sie 1:1 aus den Soundpaketen der Musiksoftware beziehungsweise aus den Datenbanken der Musikhardware übernommen, ohne auch nur ansatzweise an der Instrumentierung zu feilen. Dies kommt wohl wieder in ... [Weiterlesen]

5 / 15 Punkten

Chris P.

Review: Amorticure - A Bleeding Soul In A Dying World (Gothic Rock / Metal - 8/15 Punkten)

Label: Danse Macabre

ARMORTICURE aus Bayern haben mal als Black Metal-Band angefangen. Davon ist auf dem vorliegenden Album nichts mehr zu hören. Vielmehr widmet man sich nun dem Gothic Rock an der Grenze zum Gothic Metal und geht dabei insgesamt sehr reduziert zu Werke. Meist beginnen die Songs mit Akkustik-Gitarren und tiefem Klar-Gesang, der sich ein bisschen wie die Light-Version von Peter Steel anhört. Dazu kommt der zunächst dezente Einsatz der Rhythmusfraktion. Spätestens beim Refrain gesellen sich dann auch verzerrte Gitarren dazu, die aber mit eher simplen und wenig innovativen Riffs keine Begeisterungsstürme auslösen. Hie und da gesellen sich manchmal etwas billig quäkende ... [Weiterlesen]

8 / 15 Punkten

Lutz Koroleski (Oger)

Review: Dawn Of Ashes - Genocide Chapters (Horror Metal - 6/15 Punkten)

Label: Metal Blade

Mir läge ja bezüglich des Aufhängers „Horror Metal“ so einiges Spöttisches und Lästerhaftes auf der Zunge, denn die ursprünglich als Elektroband gegründete US-Kapelle wählte genau diese Bezeichnung für ihre erzeugte Schallwellenkollektion. Aber wir sind ja nicht so böse, sondern ganz brave, treue, stubenreine Headbangerlein.

Leider macht es einem das dritte Album des Quartetts nicht gerade leicht, die Giftpfeile im Köcher zu lassen, denn vieles auf „Genocide Chapters“ klingt – sorry! - verflucht minderwertig. Das moderne, extremmetallische, meist in behäbigem Midtempo stampfende Grundgerüst hat durchaus etwas, aber die Ideen, die irgendwo aus der Schnittmenge von SAMAEL, frühen CREMATORY, ... [Weiterlesen]

6 / 15 Punkten

Chris P.

Review: Eastern Front - Blood On Snow (Black Metal - 11/15 Punkten)

Label: Candlelight Records

Wenn eine Band sich EASTERN FRONT nennt und die beiden Gitarristen die leicht fragwürdigen Pseudonyme Krieg und Holocaust verwenden, wird natürlich zunächst das übliche Prozedere provoziert, nämlich die Recherche, ob wir es hier möglicherweise mit Rechtsauslegern zu tun haben, was einen sofortigen Boykott des Albums nach sich ziehen würde. Allerdings wäre es verwunderlich, wenn ein etabliertes Label wie Candlelight Records nun in Sachen NSBM aktiv wäre. Auch ist es kaum vorstellbar, dass ANATHEMA-Keyboarder Les Smith und Brian Moss (DFS) in einem solchen Falle einen Track beigesteuert hätten. Und so bringt auch das Nachforschen bei den üblichen Quellen keinen Hinweis darauf, ... [Weiterlesen]

11 / 15 Punkten

Andreas Schulz

Review: Swashbuckle - Crime Always Pays (Thrash Metal - 9/15 Punkten)

Label: Nuclear Blast

Um es gleich vorweg zu nehmen: Das Piraten-Image von SWASHBUCKLE ist nicht unbedingt ein besonders origineller Einfall gewesen. Da sich dieses aber weitgehend auf die Texte und das Bühnenoutfit beschränkt, finde ich es nicht so schlimm. Lediglich bei „Powder Keg” und “A Time Of Wooden Ships & Iron Men” setzt die Band das Freibeuter-Gedöns in Form von Schunkel-Parts und Seemanns-Oooohooo-Chören auch musikalisch um. Ansonsten dominiert brachialer und überwiegend sehr schneller Thrash-Metal, der eine deutliche Ostküsten-Schlagseite a la S.O.D., NUCLEAR ASSAULT und artverwandter Bands aufweist. Der Gesang von Admiral Nobeard schwankt zwischen kehligem Thrash-Gebell und Death Metall-artigem Geröchel. Stellenweise schlägt die ... [Weiterlesen]

9 / 15 Punkten

Lutz Koroleski (Oger)

Review: Moon - Lucifer's Horns (Black Metal - 7/15 Punkten)

Label: Witching Hour Productions

Die polnische Black-Metal-Band MOON wurde 1996 als ein Sideprojekt der Musiker Cezar (Gesang) und Doc (Schlagzeug) gegründet, die damals schon auf etliche andere Engagements zurückblicken konnten. Nach zwei Alben erfolgte 1999 die Auflösung.
Nach zehn Jahren Pause beschloss Cezar, dem Projekt einen zweiten Anlauf zu gönnen. In erster Linie resultierte die Reformation aus dem Wunsch, seine Ideen, die er bei CHRIST AGONY nicht verwirklichen kann, auszuleben. So hat die Band – ohne den inzwischen verstorbenen Doc – nun ihr drittes Album am Start: "Lucifer's Horns".

Soundlich geht es zurück zu den Anfängen der Band, zum ersten ... [Weiterlesen]

7 / 15 Punkten

Steffen

Review: Liv Kristine - Skintight (Rock / Pop - 11/15 Punkten)

Label: Napalm Records

LIV KRISTINE, die norwegische Sängerin und Ehefrau von ATROCITY-Frontmann Alex Krull veröffentlicht mit "Skintight" ihr inzwischen drittes Soloalbum. Und erfreulicherweise hat die Musik, die es hier zu hören gibt, nichts mit dem leicht kitschigen Gothic Metal zu tun, den Liv mit LEAVES' EYES macht. Stattdessen finden sich hier zehn Songs zwischen Pop und Rock, die aber wenig mit dem 08/15-Mainstream-Pop zu tun haben, der ansonsten aus dem Radio ertönt.

Die auf der Bühne stets sympathisch und natürlich wirkende Sängerin zeigt in den Songs, wie variabel ihre Stimme sein kann. Mal klingt sie zerbrechlich, mal leidenschaftlich, aber immer ... [Weiterlesen]

11 / 15 Punkten

Andreas Schulz

Review: Rock Rotten's 9mm Assi Rock'n'Roll - Champagner, Koks und Nutten (Klanggewordene Fremdscham - 2/15 Punkten)

Label: Rodeostar/Sony

Eine Flut bedroht Deutschland – die Flut der endpeinlichen neuen Deutschrock-Prollbands mit Aggrokante. Erst im August 2010 beehrten uns UNHERZ mit einer Zehnerpalette musikalischen Billigbiers, und nun steht mit „Champagner, Koks & Nutten“ der nächste Fremdschämer in den Startlöchern.

Schlimm wäre der akustische Mix aus MOTÖRHEAD, BÖHSE ONKELZ, ONKEL TOM und etwas Bikerrock an sich ja nicht einmal, doch leider haben die vier Hanauer ihre Riffs, Basslinien, Beats und Melodien wohl aus den 10-Cent-Grabbelkisten der örtlichen KiK- und T€Di-Märkte gemopst, während sie für die Texte wohl Mario Barth, Ingo Appelt und Atze Schröder heimlich eingeladen und abgefüllt, ... [Weiterlesen]

2 / 15 Punkten

Chris P.

Review: Lustre - A Glimpse Of Glory (Black Metal/Ambient - 4/15 Punkten)

Label: De Tenebrarum Principio

Dieses Ein-Mann-Projekt, welches der Schwede Nachtzeit (unter anderem HYPOTHERMIA, STARLIT, DURTHANG) ins Leben gerufen hat, sieht sich mit diesem Langeisen irgendwo zwischen BURZUMs „Dunkelheit“ und SUMMONINGs „Stronghold“. Ist doch schön, wenn der Tag mit einem guten Witz beginnt.

Auf seinem zweiten Album, das aus drei zwischen elf und sechzehn Minuten langen Stücken besteht, hört man zwar den Versuch, Ambient, Black Metal und Einflüsse aus dem Pagan Metal miteinander zu vereinen, doch die Umsetzung dessen lässt die Mundwinkel dann doch ganz schön angelamerkeln. Die Keyboardflächen sind zwar angenehm breit, und auch die eingeworfenen Tastenmelodien haben ihren Reiz, aber ... [Weiterlesen]

4 / 15 Punkten

Chris P.

Review: Island - Enigma of the Stars (Black Metal / Prog)

Label: Zeitgeister

ISLAND schieben einen kurzen Zwischenhappen vor, ehe es Neues von ihnen zu hören gibt. Diese vier in limitierter Auflage erschienenen Stücke stammen aus den Sessions zum Einstand; sie mögen in ihrer Sperrigkeit das Nachsehen bei der Zusammenstellung gehabt haben.

"Storm Guardian" zeigt die Deutschen von ihrer typischen Seite: der Gesang ist mal lakonisch, mal knorrig wie alte Baumwurzeln, und die Gitarren werden entweder trocken verzerrt oder clean angerissen, wobei die Arpeggien zu schwerfälligen Beats einherstolpern. Perkussives Getrommel beendet das hypnotische Hauptriff und damit den Song. "Apex" schließt sich als anfänglich verträumter Trugschluss an, der nach einem "Uh!" ... [Weiterlesen]

Andreas Schiffmann