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Review: Expedition Delta - Expedition Delta (Progressive Rock / Melodic Metal / AOR - 12/15 Punkten)

Label: ProgRock/SPV

Serbien? - Aber Hallo! Das Debüt dieser Band begeistert den Kitschrock hassenden Rezensenten mit Kitschrock, Metal, guter Laune und Spitzenmusikern.

Sabine Edelsbacher von Edenbridge hilft neben zwei anderen Sängerinnen bei den Vocals mit und könnte ihrem Lanvall gleich mal zeigen, wie man Pompöses einnehmend komponiert. EXPEDITION DELTA sind klanglich so etwas von kitschig, aber sie vermitteln Spaß und trivialisieren nicht - vielmehr meint hier jemand es ganz ernst. Hooks am Fließband machen den Whitesnake-Vergleich der Plattenfirma nicht abwegig, wenngleich Coverdales Machismo hier fehlt und eine kräftige Schippe Gefrickel in die ansonsten supereingängigen Songs gepackt wird. Das alles ... [Weiterlesen]

12 / 15 Punkten

Andreas Schiffmann

Review: Simon Says - Tardigrade (Retroprog - 12/15 Punkten)

Label: ProgRock/SPV

Warme 70s-Rückbesinnung, wie sie nur aus Schweden kommen kann. Alle sechs, sieben Jahre hauen SIMON SAYS aus Stockholm ihre Wuchtbrummen raus, die nichts offen lassen, was sie versprechen: Wuchtige Tracks von bis zu einer knappen halben Stunde, und dann dieses wunderbare Brummen der analogen Tastengeräte… vom Spielwitz ganz zu schweigen.

Wer nun Flower Kings denkt, dem sei gesagt, daß er sich nicht auf jazzigen Firlefanz einlassen muß, der ihm vielleicht den Spaß vergällt. SIMON SAYS lassen sich mit einer ausladenden Version von Black Bonzo vergleichen. Das bedeutet: Rockerdung zu jedem Moment, und das schließt sowohl Langes, wie ... [Weiterlesen]

12 / 15 Punkten

Andreas Schiffmann

Review: Midnight Scraper - Fast Side – Slow Side (Retro Rock - 11/15 Punkten)

Label: Popmate

Da kommt eine junge schwedische Band daher, ein knapp 39 Minuten langes Debütalbum im Gepäck, und tut so, als hätte es die ROLLING STONES nie gegeben. Über 40 Jahre Musikgeschichte zu den Akten gelegt und frisch drauflos gespielt. Das ist frech, dreist und – macht Spaß!

MIDNIGHT SCRAPER tun nicht so, als wären sie das Neueste und Heißeste unter der Mitternachtssonne. Sie sorgen für klare Verhältnisse, benennen die ersten Stücke „Fast“ (aber ohne Höchstgeschwindigkeiten zu überschreiten), die letzten fünf „Slow“, wobei auch das relativ ist. Ihr Fundus ist breitgefächert, bietet sowohl Country UND Western; nein, der Rock ... [Weiterlesen]

11 / 15 Punkten

Jochen König

Review: Ex Inferis - Hidjama (Death Metal - 10/15 Punkten)

Label: Noisework/Radar

Die Luxemburger EX INFERIS beweisen erneut verpackungstechnischen Geschmack, und die Hülle verspricht nicht zuviel vom Inhalt, wenngleich dieser weitaus gewöhnlicher ist als die neuartige Form des Digipaks, in der “Hidjama” dem Käufer begegnet.

Von den noch eher ausladenden Arrangements auf “Defunctus In Heresi” ist hier nichts mehr vorzufinden. EX INFERIS spielen straight, aber nicht primitiv im neuzeitlichen Death-Metal-Stil skandinavischer Machart, was prinzipiell auch Freunden des neuen (alten?) US-Styles sowie Metal-Core-Akrobaten munden dürfte. Dabei wird auf allzu vordergründige Melodieverliebtheit oder Emokäse verzichtet. Hätte also niemand den unsinnigen Begriff Metalcore mit diesem Sound assoziiert, ginge das Album als purer ... [Weiterlesen]

10 / 15 Punkten

Andreas Schiffmann

Review: Year Long Disaster - Year long disaster (Rock)

Label: Volcom / Rough Trade

Bei „Year long disaster“ handelt es sich um das Debütalbum der gleichnamigen Band YEAR LONG DISASTER. Auch wenn die Band in Los Angeles gegründet wurde, kommen die Musiker doch aus den verschiedensten Regionen der Welt (USA, Holland, Groß Britannien). Mehr oder weniger zufällig haben sich somit drei Musiker getroffen. Diese hatten alle schon in Bands gespielt und verfügten bereits über Bühnenerfahrung z.B. als Vorband von PANTERA oder sogar METALLICA. Was dabei heraus kommt, ist überraschenderweise klassischer 70er Rock. Wie kann es kommen, dass eine Band heutzutage noch probiert, in einer so überholten Stielrichtung ein Album zu produzieren? Vermutlich spielen hier ... [Weiterlesen]

René Pickhardt

Review: Gods Of Emptiness - Consumption Is Freedom? (Death / Grind Metal - 4/15 Punkten)

Label: Bad Land Records

Ein Album mit dem Titel „Consumtion is Freedom?“. Na wenn das mal nicht sozialkritisch wird. Mit dem aktuellen Album der Death / Grindmetalband wurde der Musikhimmel nicht gerade bereichert. Genaugenommen hätte man sich die Produktion auch einfach sparen können. Gerade zu ironisch ist dabei nur, dass die Band in ihrem Lied „Music for the Masses“, das nur aus einer (!) Strophe besteht, die dreimal (!) wiederholt wird, ihren Unmut über Castingshows und Talentcontests äußert. Da höre ich mir doch lieber wieder Daniel Küblböck und Konsorten an.

Das Album ist bestenfalls nett, wenn man die Band live gesehen ... [Weiterlesen]

4 / 15 Punkten

René Pickhardt

Review: Malpractice - Triangular (Progressive Metal - 12/15 Punkten)

Label: Spinefarm/Soulfood

Wie erfrischend im knüppelnden 2008er Einerlei: progressiver Heavy (!) Metal (!), wie ihn Fates Warning in ihrer Mittelphase nicht besser, aber emotionsloser spielten, paart sich mit fleischigen Gitarrensounds, einer tollen Stimme und finnischer Songwriting-Intelligenz.

Alexi hat eine sehr wandlungsfähige Stimme und zieht sich die Vocal-Hooks so cool und vergleichbar unterkühlt aus dem Ärmel wie die ganzen Progmetaller aus den Neunzigern, die dem darbenden Genre einige bis heute wenig beachtete Perlen aus der zweiten Reihe schenkten. Dabei sind MALPRACTICE jedoch keine Jungzeit-Nostalgie, sondern vom Sound her (und der emotionalen Komponente sowieso) im Hier und jetzt verhaftet, beziehungsweise ohnehin ... [Weiterlesen]

12 / 15 Punkten

Andreas Schiffmann

Review: Flesh - Worship The Soul of Disgust (Death / Thrash Metal - 6/15 Punkten)

Label: Pulverised

Nein, Pete FLESH ist nicht die schwedische Variante von Fleisch, dem deutschen Bassisten von Joey Belladonnas kurzzeitiger Soloband, sondern der von Deceiver und Maze Of Torment bekannte hyperaktive Musiker, der sich mit seinem Soloprojekt ein halbgares Ei ins Nest gelegt hat.

Was tun, wenn man alleine musiziert, aber nur Ideen für Songtorsos hat? - Klar, ganz viel auf alte Schule machen, und “Worship The Soul Of Disgust” macht ja zu Anfang auch richtig Spaß im traditionellen Hack-und-du-bist-tot-Spiel. Mit jedem weiteren Song (so nach zwei, drei davon) merkt man aber, daß FLESH sich immer der gleichen Stilmittel bedient. ... [Weiterlesen]

6 / 15 Punkten

Andreas Schiffmann

Review: Kiuas - The New Dark Age (Melodic Metal - 11/15 Punkten)

Label: Spinefarm/Soulfood

Ein Gitarrist ist ihnen wohl verlustig gegangen, so dass KIUAS minimal den Schwerpunkt verlagern, und zwar auf schwer, bisweilen mit einem -mütig dahinter, aber fangen wir vorne an…

Die Finnen wären ohne ihren herausragenden Sänger Itja nur eine weitere gute finnische Melodic Band mit dezent schwarznordischen Anklängen. Allein seine tollen Gesangslinien sowie das rauchige wie jugendlich nassforssche Timbre (er hat Dio gehört..) sind die halbe Miete wert. Zu Beginn haben KIUAS nichts verlernt: reichlich Speed und bisweilen regelrecht Thrashiges (Opener und “Conqueror”) verwandelt sich aber allmählich in differenziertere Selbstbetrachtungen, die sich im Midtempo äußern. Die Kunst dabei: ... [Weiterlesen]

11 / 15 Punkten

Andreas Schiffmann

Review: Dornenreich - In Luft geritzt (Folk / Avantgarde - 10/15 Punkten)

Label: Prophecy

Wirklich leicht haben es DORNENREICH dem Hörer noch nie gemacht. Und seit die Österreicher nach dem psychopathisch-exaltierten „Her von Welken Nächten“ die elektrischen Gitarren gegen akustische eingetaucht haben, mag auch mancher Metaller seine Probleme mit „Hexenwind“ und „Durch den Traum“ gehabt haben. Konsenskost kann und will Jochen „Evíga“ Stock augenscheinlich nicht abliefern – und sicherlich sind es andere Bands als DORNENREICH, die mit einem Kunstanspruch ins Lächerliche abgleiten.

Verzerrte Gitarren befinden sich auch auf „In Luft geritzt“ keine, doch hat man sich vom mitunter etwas ermüdenden Ambient-Folk abgewendet und einen ganzen Schwung Dynamik in die zehn außergewöhnlichen ... [Weiterlesen]

10 / 15 Punkten

Nils Herzog