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Für Neugierige

Mein neues Datenbankprogramm für CD Archivierung erlaubt eine Aufstellung als html-Datei. Das habe ich mir mal zu Nutze gemacht und ein CD Archiv erstellt. Stand heute, sind da derweil 1519 CDs drin archiviert. Die meisten davon sind bebildert und mit Titeln versehen, wenn man drauf klickert. Leider habe ich es noch nicht geschafft, einige Einträge nach Veröffentlichungsdatum zu sortieren. Ich bitte, mir das zu verzeihen. Wer dennoch neugierig ist, schaue hier.

Mein CD Archiv

Viel Spaß beim Durchstöbern.

Ein Jahr last.fm

last.fm ist mehr als nur ein Radiodienst im Internet. last.fm ist eigentlich die Idee, das Radio zu individualisieren und nebenbei noch eine großartige Gelegenheit, eigenes Hörverhalten genauer unter die Lupe zu nehmen. Und genau das bewog mich just vor einem Jahr, diesen Dienst zu nutzen. Was höre ich eigentlich am meisten? Welche Bands, welches Album, welcher Track wird am meisten gespielt? Wieviel Musik höre ich? Nur die Frage nach dem "Warum" kann last.fm offenbar nicht klären.

Wie auch immer, nach einem Jahr bin ich schon erstaunt und begeistert. Denn last.fm bietet an sich erheblich mehr, als reines Statistiken sammeln:
Kostenlose Downloads, teilweise sogar von bekannten Bands (z.B. deren frühe Alben) oder von Newcomern, die dieses Portal als Verbreitungsquelle nutzen;
das Scrobbeln (also Dokumentieren) von Musiktiteln, auch, wenn der heimische mp3 Player läuft;
das selbstbestimmte Erstellen von Playlisten (z.B. Lieblingstitel);
Einbindung von Apps (spätestens seit der i-phone Werbung in aller Munde) zum Hörverhalten;
Social Networking (nutze ich persönlich über last.fm weniger);
Taggen von Musiktiteln (also das Benennen bestimmter Eigenschaften, z.B. Musikrichtung)
usw.

Das tolle daran. Du hörst nicht nur deine eigene Musikrichtung, sondern kannst dir ein individuelles Radioprogramm zusammenstellen lassen. Das geht z.B. über den "Scrobbler", dem du einen Tag oder einen Künstlernamen eingibst und der dir dann anhand von Verwandschaften zu diesem Begriff etliche gute Musik aus einer Datenbank zusammenwürfelt.

Via Internet lässt sich das sogar noch optimieren, denn dort lassen sich Künstlergruppen oder mehrere Tags versammeln, um eine noch differenziertere Songsauswahl zu erhalten. Ebenfalls kannst du Musiksammlungen deiner Freunde und "Nachbarn" (das sind Personen, die last.fm aufgrund ähnlicher Geschmäcker etc. auswählt) spielen lassen und somit deinen musikalischen Horizont erweitern.

Alles ganz prima. Nebenan im rechten Fenster siehst du ein kleines last.fm "Widget". Ein Tool, dass ich in die Webseite eingebaut habe und welches steitg in Echtzeit die gerade gehörten Titel anzeigt. Ja echt, für Menschen, die permanent Musik hören ist sowas wichtig ;-)

Nach einem Jahr kann ich nun für mich folgendes Ergebnis heraushören:
- Meine Lieblingsband heißt: Rush (wen wunderts)
- Gefolgt von Miles Davis (die CD Box mit 70 CDs WILL gehört werden)
- Über 13000 Titel habe ich in einem Jahr über Scrobbler oder das Internet gehört (darin nicht enthalten: Gehörte CDs zu Hause, oder mp3s während der Autofahrten usw.)
- das sind etwas mehr als 1000 Titel pro Monat (was noch nicht wirklich viel aussagt, da Titel auch sehr laaaang sein können und somit bis zur 5-6fachen Länge eines "Standardsongs" von 4-5 Minuten haben können) - Eine Echtzeitaufstellung wäre da etwas aufschlussreicher: Ich such da mal nach einer App)
- Es gibt auch Apps, die dir z.B zeigen, welche Musikrichtung du am meisten abspielst.
- Die regelmäßig über die heimische PC-Musik-Anlage abgespielten Bands und Favoriten konnten vervielfacht werden durch das Hören von Nachbarradio (derzeit kenne ich laut last.fm etwas mehr als 1000 Künstler). Wie gut, sagt last.fm indes nicht ;-)
- Die Lieblingstitel sind indes sehr spannend. Das sind nämlich nicht unbedingt Lieblingstitel von mir. Es bringt vielmehr zum Ausdruck, wie dämlich "Shuffle" Algorythmen von winamp oder andern Mediaplayern sind, da sie diverse Stücke offenbar als "Ankerpunkte" immer wieder abspielen (siehe auch meinen Eintrag: Die Lieblingsstücke des mp3 Players).

Fazit: Für mich ist last.fm ein prima Radiodienst und die Wiederentdeckung des Radios. Das Programm ist nicht nach Schema F zusammengestellt, sondern lässt sich individuell anpassen. Es macht Spaß in andere Musik hineinzuhören und zu vergleichen, was andere Leute denn so hören. Die statistischen Gimmicks sind zwar wenig aussagekräftig aber irgendwie macht es dennoch Spaß sie zu verfolgen. Absolut empfehlenswert ist es übrigens auch deshalb, weil du den Dienst nach einer Anmeldung kostenlos und fast uneingeschränkt nutzen kann und kaum Künstler oder Alben ausgeklammert werden. Neben sehr erfolgreichen Bands kannst du dort auch absolute Newcomer entdecken. Das macht Spaß.

Der Jahrgang 2009

Jazz gehts los... im wahrsten Sinne des Wortes. War es schon tierisch schwer, wirklich neue Alben für 2008 zu finden, wird es dieses Jahr noch erheblich schwerer für mich. Der Grund ist einfach der, dass ich viel lieber in alten Alben schmökere, als jedem neuen Album nach dreimaligen Hören geich den Stempel "Highlight" aufzudrücken. Außerdem hat man dadurch einen weiteren Vorteil: Während neue Musik oftmals schon um die 20 Euro kostet, bekommt man ältere CDs auch mal gebraucht oder sogar neu in den marketplace Shops via amazon.de.

Das spart den Geldbeutel. Allerdings muss ich mich langsam fragen, ob jahresbezogene Rückblicke da noch Sinn machen. Nun ja, vielleicht macht es einfach Sinn, das Jahr nochmal passieren zu lassen, um zu schauen, welche Entwicklungen sich ergeben haben. Somit gab es nicht ganz so viel neues auf die Ohren, aber auch Altes kann ja seinen Reiz haben.

Fangen wir mal mit dem Neuen an:
Cheer-AccidentEines der wohl abwechslungsreichsten und stilistisch am schwersten einzuordnenden Alben haben sicherlich CHEER-ACCIDENT mit ihrem Album "Fear Draws Misfortune" abgeliefert. Wunderbar, dem Stilmix aus Progrock, Avantgarde und Rockmusik zu lauschen. Abgedreht und völlig fremd klingt der Soundkosmos, den die Band gestaltet. Aber nicht so verschroben wie auf den Frühwerken. Denn scheinbar hat man seine Grundausrichtung gefunden. Knackpunkt könnte der doch etwas disharmonisch wirkende Gesang sein, der dieser avantgardistischen Musikausrichtung irgendwie immer den Stempel aufdrückt. Aber auch hier finden CHEER-ACCIDENT das Mittelmaß zwischen Anspruch und Hörbarkeit. Ein wirklich tiefgehendes Album, auf dem sich auch nach 2009 noch vieles entdecken lässt.

Big Big TrainEin weiteres wirklich positiv daherkommendes Album haben die Briten von BIG BIG TRAIN abgeliefert. Den Langzeittest hat das erst vor einigen Wochen veröffentlichte Album indes noch nicht bestanden. Wer aber Retro will, der bekommt hier einzig das. Und das sogar noch ausgesprochen gut gemacht. Nach einigen bandinternen Umbesetzungen hat man neben einem neuen Sänger auch große Bandteile durch Gastmusiker ersetzt und kommt frischer daher als je zuvor. Wer hätte das erwartet, zumal der Sänger gar nicht mal so anders klingt wie der Vorgänger. Aber er arrangiert seine Gesangslinien anders, erfrischender und vor allem spannender. Und das wirkt. Musik in der Schnittmenge aus Genesis (Wind And Wuthering) und symphonischen, mellotronlastigen Sounds der ganz frühen Siebziger in erfrischend frecher Form vorgetragen. Absolut gut zu hören.

IZZZwar nicht mehr wirklich meine Adresse, dennoch sehr gut gemacht, liefern auch IZZ mit ihrem neuen Album wunderbaren Prog ab. Das gefällt mir, obwohl ich mich mittlerweile doch um einiges von dieser Spielart enfernt habe. Erinnerungen werden wach an das famose Debüt "Sliver of A Sun" - zugegebenermaßen war jenes technisch noch nicht so einwandfrei produziert wie nun "The Darkened Room".
Schade nur, dass man sich nicht mehr in Richtung "I Move" weiterentwickelt, das wäre was wirklich ausgesprochen Innovatives gewesen. Aber auch so ein gutes Album!

Keinen Prog, und von daher auch ohne Link auf die Babyblauen Seiten, spielen die Dave Matthews Band. Mit BIG WHISKEY AND THE GROOGRUX KING (was für ein Name! *kopfschüttel*), kann der Wahl-Amerikaner mit seiner Band ein wirklich hörenswertes Album im Gehörgang platzieren. Gerüchten zufolge gibt es Menschen, denen diese jazzige Variante des DMB Sound weniger gut gefallen soll. Ich finde die CD sehr erfrischend, wenn ich auch nach wie vor der Meinung bis, dass der gute Mensch irgendwie knödelig singt. Aber das ist ein Markenzeichen und so ist es denn auch nicht verwunderlich, dass dieses Album wieder die breite MAsse der DMB Fans ansprechen wird. Gut so!

Leider daneben:
InduktiDie Polen von Indukti haben mit Idmen 2009 ebenfalls ein Album vorgelegt. Gefiel mir der Vorgänger S.U.S.A.R. noch - nicht zuletzt aufgrund der Gesangsbeiträge von Riverside Sänger Mariusz Duda - ausgesprochen gut, so kann ich mit dem auf "härter, tiefer, breiter" getrimmten Sound von Idmen so gar nichts mehr anfangen. Zu affektiert, zu gewollt böse, einfach zu brachial gekracht kommt Idmen daher. Unterstrichen wird das ganze noch durch die Gesangsbeiträge, die das Böse aus den Boxen quillen lassen. Ein wenig zuviel des Guten, was die Jungs da zeigen. Zumindest für mich. Vor 10 Jahren hätte mich Idmen durchaus zu begeistern gewusst (womit es sicherlich auch heute noch seine Hörerschaft finden wird), erwärmen kann es mich leider dieser Tage überhaupt nicht.

Was ganz Spezielles:
Eine der großartigsten Veröffentlichungen des vergangenen Jahres ist aber sicherlich dieses Schmankerl, zumindest wenn man einen Hang zum Jazz hat und sich durch wildes Rumgetröte der Miles'schen Trompete nicht abschrecken lässt. Der komplette Backkatalog der auf Columbia erschienen Miles Davis Alben ist 2009 in einer Box veröffentlicht worden. Über 50 Alben mit Aufnahmen von 1949 bis 1989 auf insgesamt 73 CDs gibt es hier für günstiges Geld zu kaufen. Das Preis Leistungs Verhältnis ist unschlagbar, zudem die hübsch aufgemachte Box inklusive eines fetten Booklets daherkommt und sämtliche CDs in Pappschubern daherkommen, die das Originalcover zeigen. Zahlreiche Bonustracks, wie bereits auf den Re-Releases sind enthalten und ebenfalls rare Live Aufnahmen. Wunderbar. So braucht man sich nicht den Backkatalog mühsam zusammenkaufen. Toll! Bitte mehr von sowas.

Arbeiten

Handwerker im Büro zu haben ist ganzschön abtörnend. Echt heftig, da wird jeden Tag richtig fürchterlich Radio gehört. Und jetzt dudelt das Ding hier vor meiner Tür gerade Enya auf Bayern 3 und eine überfreundliche Radiodame redet was von "Jetzt wieder aufwachen". Boah, ich habe das jetzt eine halbe Stunde angehört und finde es großartig, wie schlecht das Radio doch ist, dabei ist Bayern 3 eigentlich noch hörbar. Aber laufend diese Jingles, wie toll doch das Radioprogramm ist; wieviel Abwechslung es doch NUR hier gibt; welche Hits NUR hier gespielt werden; und das alles gleich 'dreimal gut' (James Blunt ist NICHT gut! Auch nicht dreimal!)! Wie gut, dass gerade ein freundlicher Schwede für ein Möbelhaus wirbt. Das ist wenigstens mal Abwechslung.

... auf die man hört!

Mal wieder ein paar Überlegungen zu guter und schlechter Musik von mir.

Vielleicht kennt der ein oder andere auch das Phänomen. Da lauscht man einem Album und es gibt einen Song, der einem alles vermiest, wo man sich fragt, wieso dieses Miststück überhaupt da gelandet ist?

Nun passiert es aber auch, dass es Stellen in einem Song gibt, die einem missfallen, oft nur wenige Sekunden. Da ist das dann noch fataler - die kann man nicht mal eben mit der Skip-Taste wegdrücken. Das können zwei Sekunden eines Stückes sein. Zwei Sekunden. Mann! Und die vermiesen das ganze Stück.

Das erste Mal bewusst wahrgenommen habe ich diesen Effekt auf Dream Theaters "Images and Words", genauer gesagt im Song "Pull Me Under". Damals noch voll der Metaller fand ich über Pull Me Under einfach den Weg zum Progrock. Und trotzdem gibt es DIE "Hassstelle" in diesem Song. Das ist genau der "Prügelpart" in der Mitte, so ab Minute 3:18. Die nächsten etwa 10 Sekunden wo sich die Musiker notentechnisch hochjubeln finde ich einfach nur grausam. Live klingt das dann noch schlimmer.

Schlimmer geht immer: Und so entdeckte ich auf dem kürzlich endlich erworbenen Album von PFM "L'Isola Di Niente" sogleich solch einen voll verkorksten Übergang im Song "Is My Face On Straight". Dieser Gesangspart ab Minute 2:23 klingt so künstlich, dass der Song bei mir schon eine innere Abwehr auslöst und ich merke, wie die Nackenhaare sich beim Hören steil aufstellen. Nicht schön!

Um so spannender, dass es genau das gegenteilige Phänomen ja auch gibt. Da wartet man förmlich auf DEN Übersong, auf DIE eine Stelle von wenigen Sekunden. Spaßig.

Psychotic Waltz haben auf ihrem Album "Into The Everflow" im Stück "Freakshow" so eine Passage eingebaut, wo man den Song nach etwa 2:30 zu Ende gehen lässt. Um ihn im Anschluss um so entschlossener wieder aufzunehmen. Großartig.

Oder wer kennt ihn nicht, diesen Übergang in King Crimsons "Starless", vom jazzrockigen Instrumentalpart in den Abschlusspart - fantastisch. Dabei muss ich erwähnen, dass mich Kumpel Uli einst auf einen Beckenschlag vom Bruford hinwies, der seither immer rausgehört wird. Vorher war der nicht da - dessen bin ich mir sicher. Aber achtet mal drauf. Bei Minute 6:45 sitzt er im Eck, lauert auf seine Chance und huscht "Splash" (ehrlich gesagt macht es eher "zzzzTT") genau in eine Lücke aus anderen Beckenschlägen. Sowas kann nur der Bruford.

Auf der Rückfahrt von einer Progparty hörten wir (also der Uli und ich immernoch) dann mal Hamadryads "Conservation of Mass". Soll nicht so ungewöhnlich sein, aber ungewöhnlich war, dass wir beide bei Minute 4:05 im Stück "The Second Round" "Still" riefen. Das tut der Sänger da nämlich auch und diese Stelle leitet quasi das Finale ein, gut platziert und absolut markant.

Bei Rushs Song "Marathon" vom Album "Power Windows" gibt es auch dieses Moment. Da warte ich immer drauf, dass der Bass den Refrain einhämmert - däng däng däng dänggg! Lauscht mal bei Minute 2:30, klasse (das ist der Grund, weshalb ich den Song lieber in der Studioversion höre).

Was dabei noch auffällt ist, dass bei diesen paar genannten Tracks nun gleich mehrmals diese Effekte um die Minute 2:30 (+/- 10 Sek.) auftreten. Erstaunlich. Wahrscheinlich höre ich an diesen Stellen besonders genau hin.

Der Jahrgang 2008

Ach du heiliges Blechle... etwas erstaunt war ich schon, als Sal im Namen der progrock-dt bei uns babyblauen Rezensenten nachfragte, wie unsere Jahres-Top-Alben aussahen. Gerade mal acht aus dem Jahr 2008 hatte ich rezensiert. Damit verschlimmert sich der Zustand von meinem Rückblick 2007 noch um einiges. Irgendwie scheint die aktuelle Entwicklung an mir vorbeizurauschen. Viel lieber stöbere ich in den Eingeweiden der Vergangenheit, hole mir dort die nötigen musikalischen Impulse und staune dabei nicht schlecht, welche Perlen in den 70ern veröffentlicht wurden.

Wenn mich dieser Tage etwas fasziniert, dann sollte es irgendwie eine Nähe zum symphonischen haben oder irgendwelche Jazzbestandteile. Und so verwundert es mich kaum, wenn alle meine Lieblingsalben von 2008 in genau diese Richtungen tendieren: Avantgardistisch, jazzig, schräg, quer und alles andere als leicht verdaulich.

Ohne eine wirkliche Reihenfolge anzulegen, nenne ich an erster Stelle mal bbi mit ihrem selbstbetitelten Album. Der treibende Jazzrock dieses französischen Powertiros fasziniert durch eine wirklich gute Power, verspielte Momente und vor allem nachvollziehbarer Strukturen. Das ist ja nicht unbedingt gewährleistet, wenn einem Album die Attribute "Avantgard" oder "Zeuhl" (sprich: Zööl) angeheftet werden. Mit Philippe Bussonnet spielt der aktuelle Magma Bassist den Viersaiter und irgendwie macht es mir Angst, denn Magma sagt mir nicht unbedingt zu, allerdings gefallen mir die Ableger ausgesprochen gut. Vielleicht sollte ich Magma doch mal näher antesten?

Bleiben wir mal beim Herren Bussonnet. Auch bei One Shot spielt dieser Herr die vier Saiten und auch hier bin ich fasziniert vom aktuellen Album Dark Shot. Oh mann, dies ist genau die Art Musik, die mich zur Zeit anmacht. Treibende Rhythmik, geradlinige Strukturen mit einer Spur jazziger Verspieltheit. Es macht schon enormen Spaß, diesem Album zu lauschen. Einziges Manko könnte auf lange Sicht die Eingängigkeit sein. Dark Shot läuft bereits nach wenigen Minuten derart treibend in die Gehörgänge, dass man unweigerlich mitwippt und die Melodien schon bald mitsummt. Derzeit macht es aber riesigen Spaß, diesem Werk zu lauschen.

Bleiben wir mal bei Magma und deren Ableger. Sehr spät und von daher noch kaum gewürdigt aber bereits als gut befunden ist dieses Werk von Jannick Top, seines Zeichens auch ein Bassist aus der Magma Familie. Dieses Album ist schon sehr nah an diesen nervigen Zeuhl Strukturen - dieses ewig wiederkehrende, auf einer Tonlage exzessiv rummusizierende. Komischerweise ist es hier so brilliant eingarbeitet, dass es nicht nervt. Fantastische Musik, die ich mir aber noch einige Mal reintun muss, um wirklich mehr darüber zu erfahren.

Kommen wir mal weg von dieser Sparte. Deus Ex Machina, beste italienische Band (O-Ton Sal), haben dieser Tage auch ein neues Album rausgebracht. Kann man prima hören und macht durchaus Spaß. Die alten Alben machen jedoch noch mehr Spaß. Übrigens kann man sich viele von den frühen Werken kostenlos bei lastfm.de herunterladen. Sollte man nutzen. Gewöhnungsbedürftig ist erstmal der Gesang, der sehr hoch, affektiert und teilweise lateinisch daherkommt. Die Musik verbindet jedoch den klassisch italienischen Prog mit einer ganz großen Portion Jazz und das macht viel Spaß.

Weiter gehts mit Zeuhl... Ich sehe schon, ich komme dieses Jahr wohl kaum drumherum. Aber jene aktuelle Alben die mir gefallen, kommen momentan einfach aus dieser Ecke. Guapos Elixirs musste ich haben, weil mir der Vorgänger Black Oni einfach als Offenbarung im Bereich düsterer Klänge erschien. Elixirs kann (und will wahrscheinlich) diese düstere Stimmung gar nicht aufbauen. Dennoch haben die Herren O'Sullivan und Smith einen würdigen Nachfolger produziert, der sich teilweise sehr minimalistisch präsentiert und phasenweise minutenlang ereifert, Stimmungen wachsen zu lassen. Dies gelingt vorzüglich, allerdings sollte erwähnt sein, dass das Album arg "depressiv" daherkommt und garantiert nicht jedermanns Sache ist (aber welche meiner Empfehlungen kann das nicht von sich behaupten?)!

Die Wiederveröffentlichung des Jahres
Es wird also Zeit, mal was anderes zu erwähnen, als ewig nur düster verschrobene Klänge. Deshalb seien an dieser Stelle einfach die Re-Releases des Genesis Backkatalogs erwähnt, die in beeindruckender Klangqualität altes Material aufhübschen und in nie da gewesener Brillianz präsentieren. Allen voran sei natürlich das Box-Set 1970-75 erwähnt, welches ich nun auch in Händen halten darf. Großartigerweise lassen sich diese Super Audio CDs (SACD) auch einzeln erwerben, so dass man auch die Teile aus anderen Boxen ergänzend dazukaufen kann. Absolut wertig und ein unentbehrliches Muss für jeden Liebhaber des Genesis Materials.

Ein Nachruf
Bedingt durch den Tod des Bandleaders Esbjörn Svensson im Sommer diesen Jahres wurde ich aufmerksam auf diese Jazztruppe aus Norwegen. Das Esbjörn Svensson Trio, kurz e.s.t., schaffte es binnen kurzer Zeit, zu meinen Favoriten zu gehören. Der perlende Klang des Pianos, gepaart mit klassischem Jazz und modern groovender Leichtigkeit gefallen mir ausgesprochen gut. e.s.t. sind ein Dauerläufer in meinem CD Player geworden. Stellvertretend für den gesamten Backkatalog sei hier das Album Strange Place For Snow genannt, welches vom liebevollen Jazz bis hin zu TripHop Momenten einfach alle Stilmerkmale eines spannungsgeladenen und perfekt aufgebauten Albums beinhaltet. Aber egal ob man sich an anderen Alben versucht, e.s.t. machen ihre Sache fast immer gut. Lediglich das erst nach seinem Tode veröffentlichte Album Leucocyte aus 2008 will bei mir nicht so ganz zünden. Dennoch, Esbjörn Svensson wird in der Erinnerung verbleiben. Ganz sicher.

Meine persönliche Entdeckung des Jahres
Die Entdeckung des Jahres aus dem Bereich Progressive Rock ist diese Band mit dem bescheuerten Namen Supersister. Was eher nach einer Girlieband mit Dancefloor Charakter klingt, entpuppt sich als bei genauer Betrachtung als lupenreines Kronjuwel einer längst vergangenen Zeit. Bereits 1972 veröffentlicht bieten Supersister auf dem Album "To The Highe$t Bidder" eine Symbiose aus Leichtigkeit und Verspieltheit, liefern spaßig treibende Nummern neben symphonisch epischen Stücken und beeindrucken durch ihre lockere Art zu spielen. Der Sound orientiert sich dabei an der Canterbury-Szene und bindet phasenweise lockeres Jazzfeeling mit ein.

Schon wieder

Kaum eine Woche ist es her, da habe ich den Beitrag "verstorben" gebracht. Heute früh habe ich dann die Nachricht von Richard Wrights Tod auf B5 aktuell gehört. Wright war - für alle die es nicht wissen - Keyboarder der legendären Pink Floyd.

verstorben...

Irgendwie häufen sich derzeit Meldungen, dass Musiker versterben.
Liest man den aktuellen Eintrag auf der progrock-dt, so finden sich gleich nebenan fünf weitere Nachrufe auf Musiker aus der jazzigen oder rockigen Zunft.
Saxophonist der Dave Matthews Band überraschend verstorben
Hiram Bullock gestorben
Grobschnitt-Keyboarder Volker Kahrs verstorben
Jazzpianist Esbjörn Svensson gestorben
* John Earle (Gnidrolog) gestorben
Das ist schon bedauerlich. Stimmt aber auch bedenklich. Wird die Rockmusik etwa alt? Wenn man sich dann aber ansieht, dass manch junger Musiker unter den Verstorbenen ist, dann glaube ich das nicht. Dennoch ist eines sicher: Die Rockmusik selbst wird niemals sterben.

Die Macht des Openers

Schon in der klassischen Musik wusste man von der Wirkung einer bombastischen und euphorisch anmutenden Ouvertüre. Und auch in der modernen Musik halte ich einen kraftvollen und fesselnden Opener, der modernen Eröffnung sozusagen, für den Schlüssel zu einem "guten" Album.

Schließlich ist der Opener der Einstieg in das Album. Wer kennt das Gefühl nicht. Man bekommt ein neues Stück Musik, legt die CD mit zitternder Erwartung in den Player, drückt Start und wartet auf die neuen Klänge, die einen verzaubern sollen. Ich behaupte: Ist das was da kommt langweilig und wenig mitreißend, dann wird auch das Album weniger deutlich in Erinnerung bleiben. Der erste Eindruck entscheidet. Sicherlich gibt es da noch manch andere Faktoren, ob ein Album letztlich wirklich groß ist, ein guter Beginn kann aber nicht schaden.

Es gibt unzählig kraftstrotzende und gradlinige Nummern (gerade im Bereich Rock/Metal), die den Beginn eines Albums darstellen und einen förmlich mit Hochgeschwindigkeit in das Album befördern. Beispiele sind z.B.:
King's X - Tape Head (1998): Groove Machine
Vicious Rumors - Vicious Rumors (1990): Don't Wait For Me
Motörhead - Ace Of Spades (1980): Ace Of Spades
Rush - Power Windows (1985): The Big Money
Rush - Moving Pictures (1981): Tom Sawyer
Faith No More - Album of The Year (1997): Collision
IQ - Ever (1993): The Darkest Hour

Doch nicht nur kraftstrotzende Nummern gehören hier erwähnt. Es sind auch unverkennbare Melodielinien, die den Start eines Albums so versüßen. Da kann man z.B. solche Stücke wie die folgenden zu zählen:
Änglagård - Hybris (1992): Jordrök
Dream Theater - Images And Words (1992): Pull Me Under
Genesis - Foxtrott (1972): Watcher Of The Skies
Spock's Beard - The Light (1995): The Light
Supertramp - Crime Of The Century (1974): School
Nucleus - We'll Talk About It Later (1971): Song For The Bearded Lady

Eine dritte Kategorie stellen da noch die Alben dar, die mit einem Intro beginnen (häufig sind das die sogenannten Konzeptalben, die eine Geschichte erzählen wollen). Doch nicht jedes Intro verdient sich seine Lorbeeren so, wie die hier erwähnten:
Hamadryad - Conservation Of Mass (2000): Amora Demonis
Somnambulist - The Paranormal Humidor (2001): In The Mindwarp Pavillion
Psychotic Waltz - Into The Everflow (1990): Ashes
Queensryche - Promised Land (1994): 9:28 am/ I am I

Mehr fällt mir wirklich gerade nicht ein. Die Liste verfolgt auch nicht den Anspruch auf Vollständigkeit, alles kann ich leider nicht kennen. Fällt euch noch was ein, so schreibt einen Kommentar und lasst es mich wissen.

Die Lieblingssongs des mp3 Players

Da ich am Wochenende mal wieder gen Heimat gedüst war, hatte ich viel Zeit, auf der Autobahn Musik zu hören. Bei 5 Std. Fahrt einfache Strecke kommt da einiges zusammen.

Also freut man sich über seine fast 20GB Musik auf dem mp3 Player und damit es nicht langweilig wird, wird halt als Wiedergabemodus "Zufällig" (Shuffle) gestellt. Was mir vorher schonmal auffiel ist, dass immer wenn dieser Shuffle Modus an ist, das Gefühl da war, dass gewisse Stücke öfter laufen als andere. Das wollte ich nun doch mal ausprobieren.

Und so blieb der Modus dann auch das gesamte Wochenende stehen. Ich habe das Verzeichnis "Prog" als Playlist gespeichert. Diese umfasste dann insgesamt 1126 Songs. Bei jedem Neustart wird dann selbstredend neu "geshuffelt". Und das ist das Erstaunliche. Einige Stücke liefen tatsächlich öfter als andere. Nanu? Hat mein mp3-Player einen eigenen Geschmack? Fragt man sich doch schon. Ich meine, wieso spielt er Noekks Album "The Grimalkin" (bestehend aus lediglich 3 Songs!) öfter (jedes Stück hat er gespielt, zwei sogar doppelt) als z.B. Echolyn, von denen immerhin 3 Alben mit 25 einzelnen Tracks vorhanden sind. Ebenfalls musste ich feststellen, dass das Gerät eine Vorliebe für Yes bzw. ähnliche Bands hat. Das ungeliebte Brother Of Mine vom Anderson, Bruford, Wakeman, Howe Album wollte er mir gleich dreimal aufs Auge drücken am Wochenende, "Roundabout" lief gleich 4 Mal (und just heute früh im Auto schon wieder!), die Flower Kings mixte er zwar stärker durcheinander, das Album "Stardust We Are" war aber verhältnismäßig oft gespielt. Die Band Indukti mit lediglich einem Album kam auch sehr oft dran (4 von 7 Songs), von Sagas "Generation 13" spielte er gleich dreimal "Where Are You Now". Hingegen scheint das Gerät wenig von Jazz(rock) bzw. Ablegern dessen zu halten. Bands aus der Canterbury Szene (die mir gerade zur Zeit sehr gefallen) missachtete das Gerät bis auf wenige Ausnahmen. Große Ausnahme ist, was diese Musikrichtung angeht, einzig Niacin gewesen, deren Album "Organik" auch des Öfteren (5 von 13) zu Ehren gelang.

Bleibt also festzuhalten, dass mein mp3-Player wohl eine Seele hat und gewisse Stücke lieber mag als andere. Schade, denn einige von mir geliebte Sachen wie z.B. Banco del Mutuo Soccorso liefen entweder gar nicht oder kamen wie Änglagard oder Happy The Man ganze 2 Mal zu Ehren am Wochenende. Dabei fing die Fahrt am sonnigen Donnerstag morgen doch passend so verheißungsvoll mit "Morning Sun" von Happy The Man an. Aber "shufflen" hat auch was für sich, denn so hört man auch mal wieder Stücke, die man lang und länger nicht gehört hatte, wie bspw. King Crimsons "Red" oder Genesis "Supper's Ready".