The Juhu! Awoowoo! Blog - Music

Der Pokal für die Überschrift des Tages...

... geht an den Artikel mit dem Namen "Zentralfriedhof Wien: Where the Great Composers Go to Decompose" auf allmusic.com!

Nichtlustig: Progger

Mit diesem Cartoon hat Joscha Sauer wirklich voll ins Schwarze getroffen, was die Mentalität der "Musikgemeinde" der Progger angeht:

Danke auch an Jörn für den sachdienlichen Hinweis, dass diese komischste aller Internet-Cartoon-Seiten wieder mit solchen gefüllt wird.

Echofields - 817 (days)

Echofields ist das Projekt des Bayreuther Multiinstrumentalisten Andreas Hack und der Sängerin Katja Hübner, die auf "817 (days)" von weiteren Musikern begleitet werden. Ziel des Projekts ist es, in einem von Plagiaten wimmelnden Markt neue Wege zu gehen.
"817 (days)" - das ist übrigens die Anzahl der Tage, an denen für das Album gearbeitet wurde - bietet melodischen Edelpop, der sich wohltuend vom ideenlosen Einerlei der meisten erfolgreichen Produzenten und Gruppen abhebt. Kein Gramm Kitsch, kein aufgeplusterter Bombast, bei Echofields zählen die Komposition und die Verschiedenartigkeit der Arrangements, nicht das Auf- und Umarbeiten bekannter Versatzstücke.
Vortrefflich zeigt dies der Opener: feinfühlig wird ein fernöstlich anmutendes, von Ethnorhythmik unterstütztes Klanggewebe gesponnen, in das sich Hübner mal träumerisch frei, mal melancholisch einbringt und so eine Stimmung erzeugt, die perfekt für den Vorspann der Animeserie "Lain" gedacht wäre; daran muss ich unweigerlich denken, jedes Mal, wenn ich das Stück höre.
Oder auch "Gone", das den Discosound der End-70er mit pumpendem Bass und treibenden Streichern perfekt imitiert - inklusive einer Gaynor-esken Hübner als Discodiva. Der Schatztruhencharakter des Albums macht es mir so sympathisch - und die 52 Minuten vergehen wie im Fluge. Da darf geschwelgt, frohlockt und geweint werden; jedes Stück formt seinen eigenen immanenten Mikrokosmos, der die Freude zum Detail und die viele Arbeit, die in das Projekt geflossen ist, widerspiegelt.
Bleibt noch Kritik über? Sicher, hier und da finden sich schon die erwähnten "bekannten Versatzstücke", was eigentlich kaum ausbleiben kann. Das ändert aber nichts an der Qualität und der Sorgfalt, mit dem diese als Reminiszenzen fungieren. "817 (days)" bietet eine Bestandsaufnahme dessen, was sich in der Popmusik seit Mitte der 70er getan hat und das eben verquirlt, entkernt, aromatisiert und mit Austern als Hauptgang serviert.
Meine Empfehlung!

Über die MySpace-Seite der Gruppe ist das Album zu erhalten

Marillion, Pyramids Centre, Portsmouth, 09.06.2007

Es ist ein schöner Zufall, wenn sich Menschen auf Internetplattformen finden, die in irgendeiner Weise etwas verbindet. Das Musikportal last.fm erweist sich in dieser Hinsicht immer mehr als gewinnbringend.

Nachdem Dawn aufgefallen war, dass Marillion in Portsmouth spielen, während ich im Land bin, brauchten wir nur noch eine Möglichkeit, in die gut 100km entfernte Küstenstadt zu gelangen. Warum nicht den Hardcore-Marillion-Fan fragen, der Dawn einst in die Shoutbox schrieb und das Konzert auch offensichtlich bei last.fm eingetragen hatte? - Dieser Gedanke kam mir plötzlich und besagter Hardcore-Marillo - David - bejahte prompt und überaus freundlich. Juhu!

Der anscheinend offizielle "Somewhere Else"-Smart

Einen Hardcore-Marillo erkennt man offensichtlich schon am Auto. Oben rechts auf der Frontscheibe ein großer "marillion.com"-Sticker, an der Seite einer mit Marbles-Logo unter dem das Logo des offiziellen Marillion-Fanclubs "The Web" prangt - ja, hierbei muss es sich um jemanden handeln, der offensichtlich weit mehr als nur musikalische Liebe für seine Lieblingsband empfindet.

Davids Frau Julie, die am Steuer saß, schien in dieser Angelegenheit nicht minder verrückt und stolz erzählten beide, dass sie erst gestern auf einem Marillion-Konzert in Bristol waren und die Marillen auch nächstes Wochenende in London sehen würden. Die spinnen, die Briten. Aber es ist eine warmherzige, freundliche Spinnerei, schließlich nahmen sie uns so bereitwillig mit und weigerten sich später standhaft, Spritgeld für die Fahrt anzunehmen. Thank you again, David and Julie!

Das Pyramids Centre in Portsmouth ist direkt am Meer gelegen. Stadt und Strand trennt eine breite Grünfläche, die durch das warme Wetter von Besuchern bedeckt war. Die vielen Grillgesellschaften weckten den Futterinstinkt und so trennten wir uns von den beiden, um nach einem Restaurant zu suchen. Glücklicherweise fanden wir auch eines - während David und Julie in der entgegengesetzten Richtung enttäuscht wurden. In dem kleinen Strandrestaurant mit Blick aufs Meer gab es dann schnelle Kost, wobei sich Dawns Pasta mit Knoblauch-Pesto später als gelinde gesagt unpraktisch erwies.

Bei der Rückkehr zum Konzertgebäude - in 10 Minuten sollte eingelassen werden - wurde ich gleich wieder einer der für mich witzigsten inhärent britischen Angewohnheiten gewahr: Die Bildung einer Warteschlange. Als wir die Stufen hinaufgestiegen waren, sah ich mehrere Leute nebeneinander die Brüstung hinunterblicken. Für mich waren das einfach nur eine lose Menschenmenge in mehr oder minder geordneter Formation. Ich hätte mich sogar fast dazugestellt! - wenn Dawn mir nicht am T-Shirt gezupft und gesagt hätte, dass es sich hierbei ja wohl eindeutigerweise um eine Warteschlange handelte.

Die Bühne, ohne Musiker

Achselzuckend stiegen wir die Treppen wieder hinab und dann ans Ende der Schlange, die auch schon bald wuchs und wuchs, wie selbstverständlich. Dawn hatte ihr Marillion-Shirt an, somit war sie Teil dieses riesigen Clubs, der sich hier versammelt hatte. Mir kam der Gedanke, dass Marillion irgendwann wohl eine eigene Modekollektion entworfen hatten oder, dass sie den Merchandise-Gedanken einfach übertrieben hatten. Beinahe jeder der geschätzt 500 Menschen in der Schlange hatte ein anderes T-Shirt an, jedes aus verschiedenen Bandphasen, mit verschiedenen Motiven oder Albencovern. Das breite Aufgebot an Mittvierzigern aus stabilem sozialen Umfeld - viele waren mit Kindern angereist - zeigte mir deutlich, was zu erwarten war: ein Meeting der Marillion-Verrückten.

Das machte dann auch einen Teil des Erlebnisses aus. Die Fans wussten, wann sie und welchem Takt sie klatschen mussten, sie sangen wie selbstverständlich alle Texte mit, sie jubelten und feierten so ausgelassen, dass es schwer war, dem Charme zu widerstehen, den diese - vielleicht ansonsten ziemlich langweiligen - Mittelklasse-Typen versprühten.

Zuvor hatte jedoch die "Vorband", eine junge Singer/Songwriterin mit Namen Jo McCafferty, die schwere Aufgabe, den Auftritt der sehnsüchtig erwarteten hinauszuzögern, was sie mit Bravour und jeder Menge stimmlichen Können meisterte. Ihr Material trug sie ausschließlich mit Gitarre und Gesang vor, was trotzdem ziemlich abwechslungsreich war, da sie ein Stück komplett in rumänisch sang und manche Stücke in krummen Takten spielte. Ein gelungener Auftakt.

Marillion spielten dann erst nach langer Wartezeit (knapp 45 Minuten), machten die angesammelte Ärgernis aber schnell wett. Auch wenn ich weite Teile der Setlist nicht kannte, die Spielfreude, das frenetische Publikum, die unglaubliche Atmosphäre, ließen Dawn und mich schnell einfinden in das unbekannte Songmaterial.

Überhaupt, Marillion machen Pärchenmusik. Allein wäre das Konzert nur halb so schön gewesen und ich merke doch, warum ich als Single instinktiv nicht auf Marillion-Konzerte gegangen bin. So erwies sich die Mixtur aus wohligen Popmelodien und geschickt platziertem Bombast in Zusammenhang mit dem Kuschelfaktor als ultimativ.

Die Show war darüber hinaus durch aufwendige Lichteffekte und Gimmicks, wie umherfliegende Riesenluftballons bei "Between You And Me" und ein Konfetti-Regen am Ende der letzten Zugabe aufgepeppt.

Kurzum, es war bewegend. Und trotz der Tatsache, dass Kellys Computeranlage (Windoof war abgeschmiert) bei den Zugaben den Geist aufgab und wir wahrscheinlich deshalb kein Neverland hören konnten, war der Abend absolut erfüllend.

Important Announcement.

I think you should check out the latest track (written by Finn and Wes at approximately 4am) from the family music project 'MC Innit Bruv'

It comes with the video, as it is healthy, and good for you, and has a meaningful message that you just can't ignore:

Watch

There should be another new track out soon called something along the lines of "Mouse Voice", so watch out!

Ps. Cuttlefish Mania.

Freakshow-Festival: Ich hab da 'was geschrieben

In meinem last.fm-Journal habe ich einen kleinen Bericht zur Freakshow '07 verfasst. Nur zur Vollständigkeit - herumposaunt habe ich das ja schon mancherorts. ;-)

Meanwhile...

Quite a few things have happened since the last time I wrote here, but let's not trouble ourselves with those right now, they are the business of paper and pens.

Meanwhile, Porcupine Tree have follewed on from songs like Shallow and Sever, and written an album about Weymouth (I'm even sure I recognise some of the people in he insert...) At first I thought there weren't many catchy tunes, but on hearing it a few more times I noticed that there are, which is always good. Music for the sarcastic and criminally disenchanted.

I'm still suffering from headaches, a bit like the fictional Pontious Pilate, which reminds me of the book I finished- The Master and Margarita. It was mainly concerned with Love and the Devil, two characters that hold a special place in my heart. The Devil [named Woland] was one of utter chaos and confusion, and Love was the love of an author, I like those things too. Although I don't know a lot about communist Russia [which I assume the book was some kind of parody of] it was still so funny in an ironic kind of way, and I'm sure a lot of emo chicks would be proud of the "random craziness".

Anyway, it's too hot to stay here, bye.

Keine Teebeutel bei der Eurovision? Doch, doch

s. dazu: Grünes Licht für Israel auf eurovision.de

Na also, geht doch. Wies ich darauf hin, dass der Text doch voller Banalitäten stecke, so sah dies dann auch das Gremium des Grandprix de la Chanson ein. Auch wenn mich die Inhalte anöden, das Finale werde ich trotzdem ansehen, steht es doch bestens für all den absurden Wahnsinn, der uns in Europa umgibt.

Keine Teebeutel bei der Eurovision?

s. dazu: Eurovision mit oder ohne 'Teapacks'? auf tagesschau.de

Also bitte. Darum machen sich die Eurovision-Bosse die Hosen voll? Nach hochbrisantem, politischen Stoff hörte sich ja schon der Titel nicht an; danach forschte ich einmal nach den Lyrics. Gut, ich bin des französischen und hebräischen nicht mächtig, aber die englischen Passagen wirken auf mich wie infantiles, pathetisches Gebrabbel. Beispiel gefällig?

The world is full of terror
If someone makes an error
He's gonna blow us up to biddy biddy kingdom come
There are some crazy rulers they hide and try to fool us
With demonic, technologic willingness to harm

They're gonna push the button
push the button push the bu push the bu push the button

Wenn das Teil einer schwerwiegend politischen Lyrik ist, dann hätten sie Nicole damals auch verbieten müssen. Wer so plakativ (in diesem Fall wohl auf die israelischen Anrainer gemünzt) daherschwafelt, der verwischt seine Aussagen zur x-Beliebigkeit. Daher sollten die Wind-, pardon, Teebeutel das auch singen dürfen.

Die Mucke selber finde ich dabei gar nicht so schlecht. Hat, gepaart mit den Texten, ein bisschen was von lauen EAV plus Orientbonus, auch wenn der ob Polka, Rap, Chanson und Rock nicht so durchscheinen mag. Den Genremix find ich aber für Pop-Verhältnisse ziemlich gelungen. Wer sich ein Bild davon machen mag:

Dominik Müller mit neuer Homepage

Nachdem er sich vor einiger Zeit überraschend aus dem Blog-Gewerbe verabschiedet hatte und versprochen hatte, künftig (noch) mehr Wert auf Musik zu legen, überbrückt mein lieber Freund Dominik die Wartezeit auf sein neues Soloalbum nun mit einer brandneuen Homepage. Dort geht es stilecht und ohne viel Tätärä gleich ans Eingemachte, das heißt seine beiden ersten Alben zum kostenfreien Download und die lohnen, besonders wenn man sich gerne waschechtem(!) 70er-Progrock hingibt. Erwarten darf man eine erstaunlich frische Hommage an Größen wie Yes, Camel, Genesis und ELP. Die Cover gibt's auch dazu, zum ausdrucken, damit man sich die Alben ins Regal stellen kann. Danke Dominik - im Übrigen bin ich sehr auf das neue Album gespannt.