Gestern war es mal wieder Zeit für eine spontane Konzert-Entscheidung. Ich muss zugeben, das passiert in letzter Zeit immer seltener bei mir, ich kann mich meistens nicht aufraffen, Schande über mich und mein alterndes Haupt. Dieses Mal konnte ich aber der Versuchung nicht widerstehen, mir die Avantgarde-Künstlerin Carla Bozulich mit ihrer "Band" Evangelista ("Band" in Anführungszeichen deswegen, weil die Bozulich die einzige Konstante in dieser "Band" ist, die sich von Album zu Album, von Tour zu Tour neu formiert) anzuschauen. Ich sollte diese Entscheidung nicht bereuen.
Den Anfang machte die Vorgruppe Belgium (aus Mönchengladbach, sic!) war eine Mischung aus Postrock mit Trip-Hop und sonstigen Chill-Dingsbums-Einfllüssen. Ehrlich gesagt: Nach dem guten zweiten ("Podoloop") der drei Stücke (oder waren es 4 Stücke?) war die Luft raus, auch weil ich mich permanent fragen musste, warum so viele Musiker auf der Bühne stehen (drei trauten sich ins Licht, zwei andere wollten lieber im dunklen, linken Winkel der Bühne bleiben), wenn das meiste aus den Apple-Laptops kam oder hätte kommen können. Die antiseptische, unkommunikative Performance (die meisten wollten dann auch nicht wirklich ins Publikum gucken) tat dann ihr übriges. Provinz-Postrock ohne Nachhaltigkeit. Muss nicht sein, tut keinem weh, aber hat kein eigenes Profil.
"Carla Bozulich's Evangelista, Kulturbunker, Köln, 14.10.09" vollständig lesen