Ürgsel! - Was Sal hört

Sanremo 2009: Prisencolinensinainciusol (2. Tag)

Der heutige zweite Tag beim 59. Festival di Sanremo stand ganz im Zeichen der "Giovani" (Jugendlichen) bzw. "Proposte" ("Vorschläge") wie die Kategorie heuer offiziell heißt, der Nachwuchskünstler, eine Kategorie, die schon gestern startete, allerdings nach den "Big" und im nachmitternächtlichen Stress fast unterging. Schade, denn anders als in den vorangegangenen Jahren überzeugten die Nachwuchskünstler dieses Mal (bisher) mit Talent und ungewöhnlichen Arrangements.
Schon gestern Nacht starteten vier der insgesamt zehn Konkurrenten. Hier sind meine Eindrücke:
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Sanremo 2009: Perché Sanremo è Sanremo (1. Tag)

Das "Festival della canzone italiano" in Sanremo ist in Italien eines der wichtigsten Medien-Ereignisse des Jahres und findet rund um den Globus Beachtung - nur in Mittel-Europa beachtet man diese Mischung aus Schlager- und Pop-Festival mit dezidiert italienischen Inhalten kaum. Nach dem ersten Abend der 59. Ausgabe des Festivals kann ich auch verstehen warum: Nicht nur, dass die Beiträge teilweise zu Italienisch sind (sprich: provinziell), auch die peinliche Moderation (Dieses Jahr moderiert Paolo Bonolis peinlich, aber in den letzten Jahren waren andere Moderatoren kaum besser) und die nervtötenden Werbepausen sind nichts für einen internationalen Markt. Schade, denn im günstigsten Fall belegt das Festival trotz einiger schnulziger Aussetzer die überraschende Vielfalt der italienischen Pop-Kultur. Davon waren wir heuer freilich entfernt. Hier ein paar erste Eindrücke zu den Künstlern, die in Deutschland zumeist unbekannt sind (oder es bleiben sollten) oder verdrängt wurden.
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Ich fühl mich gut...

Wenn Shara Worden alias My Brightest Diamond einen alten Broadway-Klassiker wie "Feeling Good" (im Rahmen des AIDS-Charity-Projekt "Red Hot") covert, einen Song den immerhin schon Jazz-Größen wie Nina Simone, John Coltrane, Sammy Davis Jr., Rock-Bands wie Traffic, die Eels und Muse und Pop-Stars und -Sternchen wie Olivia Newton-John, The Pussycat Dolls (würg) und George Michael und natürlich der Möchtegern-Crooner (und Traumschwiegersohn) Michael Bublé, sowie zahlreiche andere eingespielt haben, dann erwarte ich natürlich von der großartigen Shara eine besonders gelungene Version, die all die akustischen Vergewaltigungen vergessen macht. Nun, was soll ich sagen: Es ist ihr gelungen :-) Fantastisch gesungen und sehr jazzy arrangiert: Die bisher stärkste Cover-Version, die ich von ihr gehört habe.
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Vienna Teng - Inland Territory

Hmmmm. Hört hier jemand außer mir Vienna Teng (juchu, am 21.03. gehe ich aufs Konzert :-))? Wenn nein, selbst Schuld, wenn ja, dann hab ich hier was für euch: Erfreulicherweise wird das neue Album "Inland Territory" ab sofort unter anderem mit einem Flashplayer promotet, den man nett auf seine Seite einbauen kann - und das rund zwei Monate vor dem US-Release-Date offiziellen Releasedate (USA: 7. April; in D/A/CH ist das Album seit dem 6.02. erhältlich).
Als sabbelnder Fanboy will ich nicht versäumen, Viennas neue Album auch auf Ürgsel! Das SalBlog. zu promoten... auch wenn es absolut unürgselig ist ;-)

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2008 in Music: Sal's Prog-Favs

Es fehlt die letzte der klassischen Jahres-Listen...

s. 2007 in Music: Sal's Prog-Favs

  • Genesis - Box Set 1970-1975
    Außer Konkurrenz: Das wichtigste Re-Release in der Progressive-Rock-Geschichte: Perfekte Aufarbeitung.
  • Rewiring Genesis - A Tribute To The Lamb Lies Down On Broadway
    Die Überraschung; Nick D' Virgilio, sonst eher mäßiger Frontmann bei Spock's Beard, erfindet das liegende Lamm am Broadway neu.
  • Jannick Top - Infernal Machina
    Wem Magma zu altbacken ist, der sollte sich diese Scheibe anhören. Zeuhl fürs 21. Jahrhundert. Wahnsinnsscheibe.
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    Momus

    Kennt ihr Momus? Ja, dachte ich mir - ich kenne ich auch viel zu wenig. Dabei ist der schräge Schotte Momus (benannt nach dem Gott des Spotts, im Reallife Nicholas Currie) macht schon seit über 25 Jahren witzige und sehr eigene Musik mit bösen, witzigen, bissigen oder einfach nur schrägen Ideen, aber keiner kriegt das so richtig mit - außer den Japanern, wo er zumindest ein wenig erfolgreich ist. Dabei lebt Currie seit einigen Jahren in Deutschland... nuja...

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    2008 in Music: Sal's Rock-Pop-Jazz-Favs

    s. 2007 in Music: Sal's Rock-et-al.-Favs

  • Esbjörn Svensson Trio - Leucocyte
    Mein Album des Jahres - und zwar ohne jeden Zweifel. Und es war mir eigentlich klar, als ich es das erste Mail gehört habe, obwohl ich große Bedenken hatte, befürchtete ich doch "Leichenfledderei", im Gegenteil: Ich halte "Leucocyte" sogar für eines der wichtigsten Alben im Jazz (und im Rock?) dieser Dekade. Und Esbjörn Svensons Tod ist ein großer Verlust für die Musikwelt und das Wissen, dass ich ihn nun nie live sehen werde, schmerzt mich wirklich. schnüff
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    2008 in Music: Sal's Klassik-Favs

    s. 2007 in Music: Sal's Klassik-Favs

  • Artemis Quartett - Ludwig van Beethoven: String Quartets Op. 18/4 & 59/2
    Beethoven fürs 21. Jahrhundert. Stellenweise wie aus einer anderen Welt. Mein Klassik-Album des Jahres.
  • Artemis Quartett mit Truls Mørk - Franz Schubert: Streichquintett · Quartettsatz
    Besser als die meisten eingespielten Quintette: Das Artemis Quartett mit meinem Lieblingscellisten Truls Mørk zelebrieren Schubert.
  • Dunedin Consort & Players, John Butt - Johann Sebastian Bach: Matthäuspassion BWV244
    Die Matthäus-Passion, bescheiden und zart im Vergleich zu allen anderen Einspielungen, die ich gehört habe - aber keine hat mich mehr verzaubert als diese.
  • Freddy Kempf - M. Mussorgsky, M. Ravel, M. Balakirew: Pictures From An Exhibition · Gaspard de la nuit · Islamey
    Musssorgsky (und Ravel und Balakirew) überragend gespielt und fühlbar gemacht: Für mich die neue Referenz.
  • Leipziger Streichquartett - Arnold Schönberg · Alban Berg · Anton Webern: Second Viennese School: Complete String Quartets
    Das schwierige, aber so wichtige Material von Schönberg, Berg und Webern hörbar und verständlich gemacht.
  • The London Steve Reich Ensemble - Steve Reich: Sextet · Piano Phase · Eight Lines
    Klasse Neuaufnahme des Reich-Klassikers "Eight Lines".
  • Mandelring Quartett - Dmitri Shostakovich: String Quartets Nos. 5, 7 & 9 (Complete String Quartets Vol. III)
    Shostakovich, der introvertierte, lyrische Spätromantiker (und nicht der lärmende Sowjetbürger oder der ironische Regime-Kritiker).
  • Scottish National Orchestra, Neeme Järvi - Sergei Prokofiev: The Complete Symphonies
    Die überragenden Prokofiev-Einspielungen von Järvi, endlich wieder als Box erhältlich. Meine Wiederveröffentlichung des Jahres.
  • Royal Concertgebouw Orchestra, Nikolaus Harnoncourt - Joseph Haydn: Symphonies 68 & 93-104 - "The London Symphonies"
    Ausgerechnet Haydn! Ausgerechnet in meiner Klassik-Top-10 taucht Haydn auf. Dann müssen mir die Aufnahmen wirklich gefallen haben.
  • Various Artists - Olivier Messiaen: 100th Anniversary Box
    Unter vielen exzellenten Messiaen-Sammlungen, die dieses Jahr erschienen sind vielleicht nicht die "beste", aber zweifelsohne die authentischste. Olivier Messiaen und seine Frau Yvonne Loriod-Messiaen bürgen für Werkstreue.
  • Weiße Vögel

    Sarah Fimm Logos. Sarah Fimm - White Birds

    Mein Kumpel Steffen ist groß, brutal und hat nachgewiesenermaßen keine Ahnung von Musik imposant, ein netter Kerl und ein Mann mit einem ungewöhnlich selektivem Geschmack. Ehrlich gesagt: Musikalisch kommen wir nicht immer auf denselben Nenner kein Wunder, bei dem Mist, den er manchmal hört. Aber manchmal findet ein blindes Huhn eben doch ein Korn eben doch ;-)

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    2008 in Music: Sal's Top Ten

    s. 2007 in Music: Sal's Top Ten

    Alle Jahre wieder veröffentliche ich im Blog einige Bestenlisten, um das musikalische Jahr auf seine Highlights hin zusammenzufassen. Den Anfang macht dabei traditionell eine Gesamtliste, sprich eine Liste, die alle Genres, die mir so vor die Füße fallen vereint. Die "Speziallisten" (Prog/Klassik/Pop&Rock) folgen dann in den nächsten Tagen. Auf gehts...

    Mein Album des Jahres:

  • e.s.t. - Leucocyte
    e.s.t. - Leucocyte

    Esbjörn Svenson Trio - Leucocyte

    Kein anderes Album hat mich im letzten Jahr auch nur annähernd so fasziniert, wie das letzte Album vom Esbjörn Svenson Trio "Leucocyte" und das gleich im doppelten Sinne: Zum einen war mir stets durch den tragischen Tod von Esbjörn Svenson klar, dass es wohl kein weiteres Album nach diesem geben wird (obwohl: Etwas wird sich schon in den Archiven finden lassen) und dieses Album ein unwiderruflicher Schlusspunkt sein wird, zum anderen (und das wog freilich stärker) war und bin ich überwältigt, von der schöpferischen Kraft, die hinter diesen improvisierten Sessions steckt.

    "Leucocyte" hatte einen anderen Entstehungsprozess als alle anderen e.s.t.-Alben zuvor und auf keinem anderen Album verlässt das Trio so zielstrebig die Fesseln des Jazz (oder irgendeines anderen Genres) umd eine Musik zu kreieren, die man in dieser Form nicht alle Tage zu hören bekommt. Kraftvolle und sinnvolle Improvisationen, mehr als "blindes Verständnis", eher ein blindes Miteinander, oder gar nicht so "blind", ein Fortschreiten in eine bestimmte, aber noch zu entwickelnde Richtung. Wow, ich habe selten (vielleicht nie) bessere improvisierte Musik gehört.

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