progblog.de - Prog'n'Roll

"Ich sehe"

Ich glaube, wir befinden uns momentan in einer ähnlichen Umbruchphase wie Ende der 90er und in den frühen 00ern. Damals wurden erschwingliche digitale Aufnahmegerätschaften und -software langsam aber sicher leistungsfähig genug, dass es auch für Amateurbands in den Rahmen des Möglichen geriet, halbwegs vernünftig klingende Alben im Alleingang oder zumindest bezahlbar zu produzieren. Diese konnten sich zwar nicht mit damaligen professionellen Aufnahmen messen, und heute meist nicht mehr aktuellen Amateur-Projekten, stießen Bands aber dennoch viele Türen auf.

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Thinking Plague, Cairo, Würzburg, 1.4.2008

Ober-Freak Charly Heidenreich lud mal wieder ins Kulturhaus Cairo in Würzburg, und immerhin etwa 50 abenteuerlustige Hörer tauchten auf, um den US-amerikanischen Avantgarde-Rockern Thinking Plague zu lauschen. Unsere eigene Anreise war zwar staugeplagt, was wenigstens in einer Punktlandung zum Konzertbeginn um 21:00 resultierte.

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progrockfoto.de

Huch, der gute Lutz, Maestro der Eisenwerkschänke, hat inzwischen eine eigene Website für eine exzellenten Konzert-Photos: www.progrockfoto.de.

Babyblaue Leserbefragung

Nur so zur allgemeinen Info: Auf den Babyblauen Seiten läuft seit heute eine Leserbefragung, mit der wir unsere Leser ein bisschen besser kennen lernen wollen und die uns auch helfen soll, die nächste Generation der BBS noch besser zu machen. Mitmachen lohnt sich übrigens nicht nur deshalb, weil Ihr damit evtl. helft, die BBS ins Web 3.0 zu führen, sondern es gibt auch was zu gewinnen.

Pilgerfahrt

Noch ein Eintrag in die Liste von "Bass + Schlagzeug"-Bands: Om.

Diese schlagen mit ihrem dritten Album "Pilgrimage" aus dem Jahr 2007 in noch eine etwas andere Kerbe als die bisher hier vorgestellten Gruppen in gleicher Besetzung, nämlich Psychedelisches und Stoner-Geriffe. Das Titelstück z.B. erinnert schwerst an "Set the Controls for the Heart of the Sun", während andere Nummern wie etwa "Bhima's Theme" mit ihrem verzerrten Bassgeriffe zwar einen deutlich energischeren Sound haben, trotzdem ziemlich bedröhnt wirken.

Sehr stimmungsvoll ist das Ganze auf jeden Fall.

Dillinger Escape Plane, Stolen Babies, Poison the Well, Backstage, München, 10.3.2008

Seltsame Sache. Zwei der Gruppen dieses Abends hatte ich an gleicher Stelle schon vor über drei Jahren gesehen, und eigentlich waren die jeweils beiden Auftritt durchaus vergleichbar, aber während sich an meiner Einschätzung von Poison the Well nichts geändert hat, fand ich Dillinger Escape Plan dieses Mal grandios.

Gut, die Musik war 2004 schon klasse, aber damals störte mich das unverschämte Gepose; letzte Woche weniger. Im Gegenteil: Die schwer dick auftragende Inszenierung (die Kästen zum darauf Posen, das Stroboskop-von-hinten-Anflackern, das Hin-und-Her-Gerenne) könnte zwar hohles Getue sein, diesem Eindruck wirkt die heftige, krasse und eben auch überaus vertrackte, komplexe Musik entgegen, und in der Kombination stimmt das Paket - auch wenn ich manchmal trotzdem grinsen musste.

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Anthony Minghella tanzt nie mehr

Gestern starb Anthony Minghella; er wurde nur 54 Jahre alt. Diejenigen, denen der Name etwas sagt, kennen ihn aller Wahrscheinlichkeit nach nur als oscarprämierten Filmemacher ("Der englische Patient", "Cold Mountain").

Weit weniger bekannt ist, dass Minghella Anfang der 1970er Jahre als Keyboarder in einer Prog-Band namens "Dancer" spielte, deren einziges Album "Tales of the Riverbank" zwar bereits 1972 aufgenommen, aber erst 2001 veröffentlicht wurde, zwar kein sonderlich aufregendes Album, auch oder gerade unter Prog-Gesichtspunkten, aber als Obskurität am Rande für Sammler erwähnenswert.

Auch 'ne Taktik, Teil 2

Was dem Tonträger-Blog der Zeit recht ist, soll dem KulturSPIEGEL (einer monatlichen Beilage für SPIEGEL-Abonnenten) billig sein: Wie Charly in [progrock-dt] bereits erwähnte, werden dort in der aktuellen Ausgabe Panzerballett auf einer ganzen Seite vorgestellt, natürlich hauptsächlich unter dem "Jazz"-Banner.

Klar, Panzerballetts Musik ist unbestreitbar schwer (Pun intended) jazzig. Aber der Einfluss vertrackten Metals, damit auch des Progs, ist doch sicherlich ebenso groß - ergibt aber eben im Gegensatz zur Jazz-Schublade keinen Aufhänger für eine "Kultur"-orientierte Publikation. Bezeichnend ist aber, dass Panzerballett selbst anscheinend ihren Auftritt vor dem schwer proglastigen Publikum beim Freakshow-Artrock-Festival in besserer Erinnerung zu haben scheinen, als die vor den "Wollkragenpulli"-Jazzern im Münchener Jazzclub Unterfahrt...

Auch 'ne Taktik, Teil 2

Was dem Tonträger-Blog der Zeit recht ist, soll dem KulturSPIEGEL (einer monatlichen Beilage für SPIEGEL-Abonnenten) billig sein: Wie Charly in [progrock-dt] bereits erwähnte, werden dort in der aktuellen Ausgabe Panzerballett auf einer ganzen Seite vorgestellt, natürlich hauptsächlich unter dem "Jazz"-Banner.

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Krausser genießt Genesis

Mal wieder Prog im Feuilleton: Heute singt in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung der Schriftsteller Helmut Krausser (dessen Roman "Melodien" ich trotz des schlechten Wortspiels im Titel des Artikels, "Genieß es, Genesis", übrigens sehr empfehle) das Loblied auf die alten Genesis:

Musikalische Bildung schadet nicht - und auch der Progressive Rock hat eine Wiedergutmachung verdient.