Patty Waters Sings (von The Wolf Gang)
Patty Waters SingsWie heißt es so schön, Wahrscheinlich kennt die wieder kein Schwein.Na ja, nicht verwunderlich, viel hat Patty Waters ja nicht auf den Markt geworfen.Darüber hinaus war sie als Künstlerin auf dem ESP-Label tätig, ein weiterer Garant dafür, nicht zu sehr bekannt zu werden, war es doch nur ein kleines Label, 1964 vom Juristen Bernard Stollman in N.Y.C. gegründet.ESP steht für Esperanto, so wollte Stollman auf dieser Kunstsprache basierende Musik veröffentlichen.ESP 1001 hieß dann auch Ni Kantu En Esperanto. (ich habe die Platte nie gehört, kennt sie zufällig jemand?)Doch schon mit ESP 1002 war es geschehen, das Label wandte sich dem avantgardistischen Jazz zu, Albert Ayler und Pharoah Sanders waren die ersten Musiker, die die weiteren Platten einspielten. Weitere Jazzer waren später Ornette Coleman, Sun Ra und einige mehr.Doch daneben gab es auch andere Musik, die leider oft im Schatten des sich auf ESP etablierten Jazz unterging.Ausnahmen hiervon waren bescheidene Erfolge solcher Bands wie The Fugs oder Pearls Before Swine.Unter den Unbekannten war auch eine Patty Waters.Doch wer ist die Dame denn nun?Sie wurde am 11.3.1946 in Iowa geboren und ist grundsätzlich als Jazzsängerin einzuordnen.So war es auch Albert Ayler, der die damals 18jährige ermutigte, auf ESP eine Platte einzuspielen, nämlich diese hier,(ESP 1025) erschienen im Jahre 1965.Nach einer weiteren Plattenaufnahme für ESP zog sie sich einige Jahre später völlig zurück, bis sie erst wieder 1996 ein ihrer Kollegin Billie Holiday gewidmetes Album einspielte.("Love Songs")Ein bisher letztes folgte 2005, mit Liveaufnahmen aus 2002.Die bereits genannte Billie Holiday sowie Anita ODay und Nancy Wilson sind wohl einige ihrer Haupteinflüsse gewesen, oft rückt sie mit ihrer Art zu singen, sehr in die Nähe der großartigen Lady Day!Was erwartet uns nun auf dieser Platte der vergessenen Künstlerin?Kein Free- oder Avantgarde-Jazz ausschließlich, wie sich angesichts der Empfehlung Albert Aylers vermuten lassen könnte.Die Platte wurde damals unterteilt, wobei sich Waters auf Seite 1 nur am Piano begleitete und auf Seite 2 das Burton Greene Trio begleitete.Hier die Besetzungsangaben:Patty Waters ,Vocals; PianoBurton Greene, Harp, Piano, Pianoharp Steve Tintweiss, Bass Tom Price, Percussion Während die spartanisch ausgerichteten Stücke einen balladesken Charakter aufweisen, zwischen düster und einfach schön im Ausdruck, ein wenig auch an Nina Simone erinnernd, aber immer voller Melancholie, so bricht Waters auf dem knapp 14minütigen Black Is The Color Of My True Loves Hair dann förmlich aus.So entlockt sie ihrer Stimme alles zwischen Flüstern und Schreien innerhalb einiger Oktaven und Interpretinnen wie Diamanda Galas oder Yoko Ono sind hiervon sicherlich beeinflusst worden. Allein für diesen Titel ist Waters bereits in einen Kultstatus versetzt worden, diese Interpretation entspricht dann doch eher der avantgardistischen Jazz-Ausgestaltung des Labels.Greene am Piano spielt auch im selbigen und nicht nur auf den Tasten.(Pianoharp)So unterstreicht er den wispernden Gesang, der diesem Traditional eine ungeahnte Dramatik verleiht. Sicher eine Jahrhundertinterpretation!"Bass und Schlagzeug untermauern durch dezente Untermalung das Geschehen, die Musiker wachsen im Laufe des Stückes zusammen, Waters' Stimme übernimmt dabei so nach und nach die Funktion eines Saxofons, so meint man zu vernehmen.Hier alle Titel:01: Moon, Don't Come Up Tonight (Waters/Wood) 2:59 02: Why Can't I Come To You (Waters) 2:51 03: You Thrill Me (Waters) 1:21 04: Sad Am I, Glad Am I (Waters) 1:24 05: Why Is Love Such A Funny Thing (Waters) 1:11 06: I Can't Forget You (Waters) 1:48 07: You Loved Me (Waters) 2:28 08: Black Is The Color Of My True Love's Hair (Traditional/Waters) 13:58 Nach dieser Platte erschien auf ESP noch das Livealbum College Tour. Beide Platten sind zwischenzeitlich auch erhältlich zusammen als The Complete ESP Disk Recordings.Ich hoffe, die Dame hiermit noch einmal kurz in das Licht der Öffentlichkeit rücken zu können!Wolfgang
Letzte Beiträge aus dem Feed "Jogi's Rockfabrik"
- 09.07.2010