Sarah Fimm - Nexus

Sarah Fimm - Nexus
Schon einige Zeit (ok, vermutlich schon fast 2 Jahre oder so?) wollte ich hier eine Rezi zu einer zufälligen Entdeckung machen, die mal wieder gezeigt hat, warum es sich eben doch noch lohnt nach Musik Ausschau zu halten. Insgesamt wurde die Ausbeute in letzter Zeit, insbesondere auch im Progbereich, immer armseliger und nerviger. Es scheint sich immer weniger zu finden was nicht irgendwie doch nur nach aufgekochtem heißem Wasser klingt. Das sollte man nicht falsch verstehen. Ich erwarte ja garnicht die komplette Neuerfindung (gerade das funktioniert meistens ja sowieso nicht), nur irgendwie vermisse ich leider fast immer das gewisse Etwas. Selbst die ach so ausgefallenen "wilden" Stilkombination "die noch nie da waren" und die angeblich so wunderbar funktionieren erscheinen mir mehr und mehr als nur ein müder Abklatsch und halt das Zusammenwerfen mehrerer Standardversatzstücke und Bauteilen statt nur einem und immens langweilig und öde.

Was empfinde ich jetzt an gerade dieser Scheibe so ganz anders? Die meisten Hörer werden vermutlich nichts finden. Mit ziemlicher Sicherheit werden sie diese Platte direkt irgendwo in einer einfachen Schublade einordnen. Im Prinzip kann man den Stil recht gut beschreiben: Meist ruhig gehaltene, elektronische Pop-Musik die stark auf die starke Stimme von Sarah Fimm setzt. Soweit also nicht spektakulär. Warum also ist diese Platte immer noch eines meiner absoluten persönlichen Highlights der letzten beiden Jahre? Das kann vielleicht beantwortet werden, wenn man die oben genannten Punkte zusammenbringt. Nein, Sarah Fimm erfindet die Musik nicht neu, aber die Musik die sie macht, macht sie dann doch so individuell und detailverliebt, mit einer starken persönlichen Note, so dass es eben einen absoluten Wiedererkennungswert hat und einen Haufen Stimmung transportiert. Im Übrigen handelt es sich bei dieser Scheibe um die 3. Platte von Sarah Fimm und meiner Meinung nach auch um die (bisher) mit Abstand Beste. Auf den ersten beiden Platten hört man meiner Meinung nach eindeutig die Suche nach dem Stil und diese sind auch nicht so gut gelungen, aber Nexus wirkt im Gegensatz wie aus einem Guss. Es geht nicht mehr so sehr darum etwas "anderes" zu machen, sondern Musik zu machen.

Continue reading "Sarah Fimm - Nexus"

Letzte Beiträge aus dem Feed "Gnuarghl! - Krach"