... auf die man hört!
Mal wieder ein paar Überlegungen zu guter und schlechter Musik von mir.
Vielleicht kennt der ein oder andere auch das Phänomen. Da lauscht man einem Album und es gibt einen Song, der einem alles vermiest, wo man sich fragt, wieso dieses Miststück überhaupt da gelandet ist?
Nun passiert es aber auch, dass es Stellen in einem Song gibt, die einem missfallen, oft nur wenige Sekunden. Da ist das dann noch fataler - die kann man nicht mal eben mit der Skip-Taste wegdrücken. Das können zwei Sekunden eines Stückes sein. Zwei Sekunden. Mann! Und die vermiesen das ganze Stück.
Das erste Mal bewusst wahrgenommen habe ich diesen Effekt auf Dream Theaters "Images and Words", genauer gesagt im Song "Pull Me Under". Damals noch voll der Metaller fand ich über Pull Me Under einfach den Weg zum Progrock. Und trotzdem gibt es DIE "Hassstelle" in diesem Song. Das ist genau der "Prügelpart" in der Mitte, so ab Minute 3:18. Die nächsten etwa 10 Sekunden wo sich die Musiker notentechnisch hochjubeln finde ich einfach nur grausam. Live klingt das dann noch schlimmer.
Schlimmer geht immer: Und so entdeckte ich auf dem kürzlich endlich erworbenen Album von PFM "L'Isola Di Niente" sogleich solch einen voll verkorksten Übergang im Song "Is My Face On Straight". Dieser Gesangspart ab Minute 2:23 klingt so künstlich, dass der Song bei mir schon eine innere Abwehr auslöst und ich merke, wie die Nackenhaare sich beim Hören steil aufstellen. Nicht schön!
Um so spannender, dass es genau das gegenteilige Phänomen ja auch gibt. Da wartet man förmlich auf DEN Übersong, auf DIE eine Stelle von wenigen Sekunden. Spaßig.
Psychotic Waltz haben auf ihrem Album "Into The Everflow" im Stück "Freakshow" so eine Passage eingebaut, wo man den Song nach etwa 2:30 zu Ende gehen lässt. Um ihn im Anschluss um so entschlossener wieder aufzunehmen. Großartig.
Oder wer kennt ihn nicht, diesen Übergang in King Crimsons "Starless", vom jazzrockigen Instrumentalpart in den Abschlusspart - fantastisch. Dabei muss ich erwähnen, dass mich Kumpel Uli einst auf einen Beckenschlag vom Bruford hinwies, der seither immer rausgehört wird. Vorher war der nicht da - dessen bin ich mir sicher. Aber achtet mal drauf. Bei Minute 6:45 sitzt er im Eck, lauert auf seine Chance und huscht "Splash" (ehrlich gesagt macht es eher "zzzzTT") genau in eine Lücke aus anderen Beckenschlägen. Sowas kann nur der Bruford.
Auf der Rückfahrt von einer Progparty hörten wir (also der Uli und ich immernoch) dann mal Hamadryads "Conservation of Mass". Soll nicht so ungewöhnlich sein, aber ungewöhnlich war, dass wir beide bei Minute 4:05 im Stück "The Second Round" "Still" riefen. Das tut der Sänger da nämlich auch und diese Stelle leitet quasi das Finale ein, gut platziert und absolut markant.
Bei Rushs Song "Marathon" vom Album "Power Windows" gibt es auch dieses Moment. Da warte ich immer drauf, dass der Bass den Refrain einhämmert - däng däng däng dänggg! Lauscht mal bei Minute 2:30, klasse (das ist der Grund, weshalb ich den Song lieber in der Studioversion höre).
Was dabei noch auffällt ist, dass bei diesen paar genannten Tracks nun gleich mehrmals diese Effekte um die Minute 2:30 (+/- 10 Sek.) auftreten. Erstaunlich. Wahrscheinlich höre ich an diesen Stellen besonders genau hin.
Letzte Beiträge aus dem Feed "txgx - oHr-ShiT"
- 23.12.2010
- 10.12.2010
- 26.04.2010
- 23.01.2010
- 23.12.2009